?  
 

Nachrichten rund ums Murrhardter Wetter


  28.01.2018 - veröffentlicht von Freddy Friedhoff    Bookmark and Share

Vogelwelt ist irritiert
Ist der Winter schon vorbei?
Vielfach wurde ich in den vergangenen Tagen gefragt, was mit diesem Winter los sei? Ob er denn noch komme oder ob das schon alles gewesen sei? Nun. Bis Ende Januar hatten wir in der Saison 2017/18 einen typischen Bergwinter. In den Alpen und teilweise auch in den Mittelgebirgen ist seit Anfang November so viel Schnee gefallen wie seit Jahren nicht mehr. Zwar bekam die Schneedecke durch kurz anhaltendes Tauwetter mit Regen bis in höhere Lagen auch immer wieder einen auf die Mütze, in den Bergen führt dies aber in der Regel nur zu einer Verdichtung der bereits bestehenden Schneedecke.

Im Flachland hingegen herrschte bis auf wenige Tage, an denen ein wenig Schnee fiel oder auch mal die Sonne schien, regelrechtes Höhlenwetter mit viel grauer Bewölkung und Niederschlägen von Nebelnässen bis zum Dauerregen. Vor allem durch die Temperaturwerte ließen sich Flora und Fauna zu der Jahreszeit nicht angemessenen Reaktionen hinreißen. Am 28. Januar lag die Kältesumme, ein Maß für die Strenge des Winters, am Messpunkt Murrhardt bei absolut vernachlässigbaren zwei Grad, der Mittelwert für dieses Datum liegt bei 114 Grad. Die Grünlandtemperatursumme zeigte 65 Grad und 2018 hatten wir bereits 13 Vegetationstage, also Tage an denen die Pflanzenwelt vor allem im Frühjahr zumindest mal auf die Idee kommt, Wachstumsaktivitäten zu zeigen. Und: Der Mittelwert der Temperatur lag über fünf Grad über dem vieljährigen Mittelwert aus den Jahren 1961 bis 1990. Rekord! Der Blick über die Wiesen des Schwäbischen Waldes zeigte auch schon einen grünlicheren Schimmer als sonst Ende Januar üblich. Da ist alles noch tiefbraun und gelb.
Irritiert von diesem bisher nicht wirklich stattfindenden Winterwetter war auch die Vogelwelt. Bereits zu Beginn der dritten Januardekade war in den Morgenstunden verstärkt Vogelgezwitscher zu hören. Absolut ungewöhnlich! Nicht nur Standvögel wie Kleiber, Spechte und Meisen begannen damit, ihre Reviere für die kommende Brut abzustecken. Bei einem vogelkundlichen Spaziergang des Nabu am 28. Januar im Backnanger Plattenwald konnten die Teilnehmer einer Drossel beim Gesang zuhören. Die Drossel ist aber ein Zugvogel und kommt normalerweise im März erst aus ihren Überwinterungsgebieten wieder zu uns. War sie noch gar nicht weg, weil noch kein Winter war?
Kommt nun im Flachland noch Winterwetter oder nicht? Zumindest in der 10-Tagesfrist geht es mit dem bekannten Jojo-Wetter weiter. Aus viel grauer Bewölkung wird auch Regen fallen, der Wind wird zwischenzeitlich wieder auffrischen und vor allem die Temperatur wird von zweistelligen Plusgraden wieder ins Minus fallen, um dann auch wieder zu steigen. Ob dann der Februar wie von einigen Wetterreportern geschrieben doch noch die Eiskeule auspackt ist mehr als fraglich, zumal am 2. Februar Murmeltiertag ist und damit die Tage sehr spürbar länger werden. Hoffentlich stehen nicht wie im vergangenen Jahr die Obstbäume in Blüte bevor die Bienen fliegen und hoffentlich gibt es dann keinen Frost mehr. Eine kalte Nacht genügt.


 www.murrhardtwetter.de  Ein Dienst (1309/26194/7858) von Freddy Friedhoff für Murrhardt und den Rest der Welt • E-Mail: wetter(at)moxl(dot)com 
[Seite zurück] [Zum Seitenanfang]