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Nachrichten rund ums Murrhardter Wetter


  01.05.2018 - veröffentlicht von Freddy Friedhoff    Bookmark and Share

Der Murrhardter Wetterverlauf im April 2018
Vom Winter ohne Umweg in den Sommer
Im April des vergangenen Jahres waren die Murrhardter Höhen in der letzten Woche des Monats von Schnee weiß angehaucht. In diesem Jahr präsentierte sich die zweite Aprilhälfte eher sommerlich. Der Mittelwert der Temperatur lag mit 13,9 Grad, vor allem bedingt durch die heißen Tage in der zweiten Dekade, ganz erheblich über dem vieljährigen Vergleichswert von 7,5° Celsius. Das Maximum der Temperatur wurde am 20. mit 30° Celsius erreicht, der Tiefstwert lag am 6. bei –0,5° Celsius. Einem einzigen Tag mit Frost standen sagenhafte zwölf Sommertage mit mehr als 25° Celsius gegenüber. Die Grünlandtemperatursumme hat Mitte des Monats den Wert von 500 Grad überschritten, zum Monatsende lag sie bei etwa 650 Grad. 65 Vegetationstage wurden bis Ende April gezählt. Der Niederschlag von in Summe nur acht Millimetern pro Quadratmeter war so gut wie vernachlässigbar und verteilte sich auf fünf Tage. Der Luftdruck schwankte zwischen 996,1 und 1032,1 Hektopascal, bei einem Durchschnitt von etwa 1013 hPa.

2018 fiel Ostern genau auf den Start in den April. Ganz so tragisch wie die Bauernregel >Weihnachten im Klee, Ostern im Schnee besagt< war es in unserer Region nicht. Norddeutschland blieb allerdings unter einer Schneedecke verschwunden. Im Schwäbischen Wald kam die Sonne am Ostersonntag bei Temperaturwerten um sechs Grad Celsius nur selten durch die dicke Wolkendecke. Ab und zu gab es auch einen Regen- oder Graupelschauer. April eben. Kaum war Ostern vorbei brach gefühlt der Frühling aus. Für erst einmal genau zwei Tage stieg das Thermometer über 20° Celsius nach oben. Am Mittwochnachmittag lenkte dann das Tiefdruckgebiet >Hypatia< an seiner Südflanke ein Kaltluftfeld mit ruppigen Böen über das Land. In der Nacht zum Donnerstag fielen einige wenige Tropfen Regen, am Donnerstag selbst war es mit maximal 15° Celsius gegenüber den Vortagen wieder nur verhalten warm.

Mit den griechisch-orthodoxen Ostern stand uns das erste Wochenende des Jahres mit sommerlichen Temperaturwerten bevor. Durch die mittlerweile schon recht hoch stehende Sonne wurde die Luft nach frischen Morgen ziemlich rasch aufgeheizt. Die Tageshöchstwerte am Samstag und Sonntag (8.) lagen bei leichtem Wind und wolkenlosem Himmel knapp über 25° Celsius. Die Natur quittierte die Wärme mit einem Feuerwerk an Blüten, wobei Forsythien und Weißblüher neben Anemonen, Wiesenschaumkraut und Löwenzahn traditionsgemäß die Vorhut bildeten.

In Kalenderwoche 15 machten sich lokal erste nennenswerte Gewitter des Jahres breit. In der Region betroffen war am Dienstag (10.) der Stuttgarter Raum sowie der Schurwald. In Murrhardt spürten wir davon den Kaltlufteinbruch mit starken Windböen. Bei Hütten schlug gegen 20:40 Uhr ein mit über 500 Kiloampère außergewöhnlich starker Blitz in eine Freileitung ein und sorgte im Mainhardter Wald für Stromausfall. In Murrhardt fiel am Abend Regen nur in homöopathischen Dosen. Der Mittwoch begann mit einer klaren Luft recht frisch.

Bis zur Monatsmitte konnte sich die Witterung nicht für eine bestimmte Richtung entscheiden. Meist waren die Tage recht sonnig und in der Spitze knapp über 20° Celsius warm, es gab aber auch Tage - wie zum Beispiel Freitag der 13. und Montag der 16. - an denen es aus dicken Wolken ein wenig tröpfelte. Entsprechend niedriger waren dann auch die Tageshöchsttemperaturen. Dann aber ließ sich das Hochdruckgebiet Norbert wie ein Bollwerk für eine Woche über Mitteleuropa nieder. Tagelang war von Wolken keine Spur zu sehen, aus Südwesten floss zudem warme Luft in unsere Region. Somit kratzte das Thermometer auf der von der Sonne verwöhnten Seite Murrhardts ab der Wochenmitte an der 30er-Marke und durchbrach sie am Freitag (20.) ganz leicht nach oben. Wir erinnern uns: Vier Wochen zuvor war bei Frostwechseltagen und -6° Celsius noch Winterfeeling angesagt.

Entsprechend eilig hatte es dir Natur. Innerhalb nur einer Woche ergrünte der Wald, das Gras auf den Wiesen schoss empor und auch die Obstbäume begannen zu blühen. Dieses Tempo konnten die Bienenvölker in diesem Jahr anscheinend nicht mitgehen, denn kaum eine Biene war auf den Blüten zu sehen. Dafür legte sich ein gelber Blütenstaubschleier auf die Landschaft. Die letzte Aprilwoche war dann nicht mehr ganz so hochsommerlich geprägt, die Temperaturwerte kehrten wieder eher auf Aprilniveau zurück. Am Montag (23.) gab es ein paar wenige Tropfen Regen, sonst war es im Wochenverlauf trocken, der Donnerstag (26.) war mit maximal 16° Celsius im Vergleich zur Woche davor richtig frisch. Dazu wehte auch noch ein kühler Wind.

Die Veranstalter des >Murrhardter Frühlings< (29.) durften sich in diesem Jahr schließlich noch einmal über sommerliches Wetter freuen, das Thermometer stieg am Nachmittag auf 28° Celsius. In der Nacht zum Ultimo zog westlich von uns eine heftige Gewitterlinie von Süden nach Norden. Ausläufer dieser streiften uns am Montagmorgen noch und brachten abermals ein paar wenige Tropfen Regen sowie wieder frischere Temperaturwerte. Nach einem wechselnd bewölkten Tag bekamen die Feierlichkeiten in den 1. Mai hinein am Abend bei einem ungemütlich kalten Wind auch noch einige kaum messbare Spritzer Regen ab. Wird der Maifeiertag wieder sonniger und wärmer werden? Wir werden es erfahren.


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