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Nachrichten rund ums Murrhardter Wetter


  01.06.2018 - veröffentlicht von Freddy Friedhoff    Bookmark and Share

Der Murrhardter Wetterverlauf im Mai 2018
Ein Sommermonat zum Frühlingsausklang
War der April 2018 bei uns noch eher spätwinterlich geprägt ging es mit dem Mai nahtlos in den Sommer über. Sogar die nicht nur von Landwirten gefürchteten Eisheiligen hielten sich in diesem Jahr ganz vornehm zurück und brachten keinerlei Frost. So stellte sich die durchschnittliche Temperatur vier Grad über dem für einen Mai sonst Üblichen ein und befand damit etwa auf Juli- oder August-Niveau. Dies ist wieder einmal ein Rekord seit Beginn der regelmäßigen Murrhardter Wetteraufzeichnungen im Jahr 1951. Besonders bemerkenswert: An keinem Tag rutschte der Mittelwert der Temperatur unter den langjährigen Mittelwert aus den Jahren 1961 bis 1990. Die tiefste Temperatur lag zu Monatsanfang bei 3,3° Celsius, das Maximum wurde am 26. mit 32,9° Celsius erreicht. Unter 16 Sommertagen mit 25° Celsius oder mehr befanden sich wie im Vorjahr auch fünf heiße Tage mit 30° Celsius oder darüber. Mit 54 Litern Regen pro Quadratmeter, verteilt auf zehn Tage, erreichten wir etwa die Hälfte des durchschnittlichen Mainiederschlags.

Der Maifeiertag 2018 und seine damit verbundenen Freiluftaktivitäten fiel zwar nicht wie im vergangenen Jahr Regen und einstelligen Temperaturwerten zum Opfer, richtig gemütlich war er mit maximal 15° Celsius aber auch nicht. Bei einem frischen Wind aus unterschiedlichen Richtungen konnte sich die Sonne nur selten gegen dicke Wolken durchsetzen. Wenigstens blieb es von oben trocken. Je weiter die Woche fort schritt, desto angenehmer wurde die Witterung. Am Mittwoch und Donnerstag verharrte das Thermometer noch unter der 20er-Marke, dann wurde es bei strahlendem Sonnenschein und keiner einzigen Wolke am Himmel von Tag zu Tag wärmer. Am ersten Maiwochenende lag das Maximum der Temperatur um 25° Celsius, der tagsüber immer wieder auflebende Wind wurde schon fast als angenehm empfunden.

Die Kehrseite der Medaille des sonnigen Wetters war, dass die Waldbrandgefahr von Tag zu Tag stieg. Der letzte nennenswerte Niederschlag war am 28. März gefallen. Die in Summe acht Millimeter Regen im April waren bezüglich Senkung der Waldbrandgefahr fast vernachlässigbar. Mit sehr sonnigem Wetter ging es auch durch Kalenderwoche 19. Kaum eine Wolke störte in den ersten drei Tagen die Sonneneinstrahlung. Damit konnte das Thermometer in der Spitze bis auf mittlere 20er-Werte steigen.

Eine Ausnahme bezüglich Sonnenschein bildete Fronleichnam. Der Vatertag war eher bewölkt, am Abend fielen sogar ein paar wenige Tropfen Regen vom Himmel. Nach einem wieder sonnigen Samstag stand am Sonntag (13.) eine Änderung in der Wetterküche an. Inmitten der Eisheiligen schwappte feucht-warme Mittelmeerluft über die Alpen. Die Wetterdienste hatten für den Tagesverlauf zum Teil heftige Unwetter vorhergesagt. Die Region Murrhardt bekam davon tagsüber zwar gewitterträchtige Luftmassen ab, zur Zündung reichte es bei uns nicht. Am Abend und in der Nacht zum Montag, dem Eisheiligen Bonifazius, streiften uns dann die Ausläufer einer quer von Südosten nach Nordwesten über Deutschland liegenden Gewitterlinie, leichter Landregen setzte ein. Bis zum Montagmorgen waren etwa 14 Liter Wasser pro Quadratmeter auf den ausgedörrten Boden gefallen. Man konnte die Flora förmlich jauchzen hören.

Die Woche zu Pfingsten hin gestaltete sich wechselhaft. Nach einem eher regnerischen und kühlen Montag präsentierte sich der Dienstag sonniger und damit auch wärmer. Am Mittwoch waren Schauer angesagt, teils auch mit Blitz und Donner, der Donnerstag zeigte sich von früh bis spät nebelverhangen grau und kühl mit Niederschlägen am Vormittag.

Am Pfingstwochenende fielen in der Nacht zum Sonntag knappe 10 Liter Regen pro Quadratmeter. Tagsüber war es bei unterschiedlicher Bewölkung und leichten Winden in der Spitze zwischen 18° Celsius und 26° Celsius warm, wobei am Pfingstmontag die Gewitterneigung zunahm, es zu Blitz und Donner bei uns allerdings nicht reichte. Zum Ausklang der Woche nach Pfingsten bekamen wir ein wenig Regen ab, die Natur freute sich. Schon am Freitag (25.) war es mit um 30° Celsius wieder sommerlich warm. Über das letzte Maiwochenende hielt sich das sommerliche Wetter, lockere Bewölkung zog durch, es wurde aber wieder gewitterträchtiger. Aber wie schon sooft blieb Murrhardt von Gewittern oder gar schweren Unwettern verschont. Das sah in anderen Teilen Deutschlands ganz anders aus.

Da am 1. Juni aus meteorologischer Sicht der Sommer beginnt, machen wir noch einen Rückblick auf die Wetterzahlen des Frühlings: Mit einer Durchschnittstemperatur von 11,6° Celsius lag der Murrhardter Frühling 2018 deutlich um 3,9 Grad über dem Mittelwert aus den Jahren 1961 bis 1990 (7,7° C). Es fielen insgesamt 97 Millimeter Niederschlag. Damit hatten wir nur 33 Prozent des Schnitts oder 192 Millimeter weniger Niederschlag als üblich zu verzeichnen. 64 trockene Tage im Frühling 2018 stehen durchschnittlich 44 trockene Tage gegenüber. An keinem Tag fielen mehr als 20 Millimeter Niederschlag (üblich 2).


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