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Nachrichten rund ums Murrhardter Wetter


  30.09.2018 - veröffentlicht von Freddy Friedhoff    Bookmark and Share

Der Murrhardter Wetterverlauf im September 2018
Weiterhin sommerlich warm und viel zu trocken
Im vergangenen Jahr war das Septemberwetter so was von durchschnittlich wie kaum etwas anderes. Weder bei der Temperatur noch beim Niederschlag gab es vor Jahresfrist irgendwelche Ausreißer. In diesem Jahr fügte es sich nahtlos an die irgendwie nicht enden wollende Sommerwitterung an. Sagenhafte 15 Sommertage mit einem Spitzenwert der Temperatur über 25° Celsius sind sehr viel. Unter diesen Tagen tummelten sich sogar vier Tage mit über 30° Celsius. Luftfrost gab es keinen, nur gegen Ende des Monats ab und zu Reif auf Dächern und Wiesen. Die rund 37 Liter Regen pro Quadratmeter rühren fast komplett von einem Niederschlagsereignis her. An den anderen sechs Tagen, an denen Regen fiel, war die Menge so gut wie vernachlässigbar. Der Luftdruck hatte einen Durchschnitt von 1019,4 Hektopascal und bewegte sich zwischen 1003,6 (23.) und 1036,8 (25.) Hektopascal mit einem rapiden Anstieg vom 23. zum 25. September hin. Insgesamt gesehen war der September 2018 sehr trocken und meist sommerlich.

Gleich am ersten Septemberwochenende hatte es den Anschein, als wolle sich der Sommer mit Start des meteorologischen Herbstes von uns verabschieden. Am Sonntag (2.) gab es bei einem Maximalwert der Temperatur von 15° Celsius eines der seltenen Niederschlagsereignisse der vergangenen Wochen. Die Regenausbeute war in Summe aber eher gering: Gerade einmal knappe fünf Millimeter waren im Messbecher gelandet. Das reichte gerade einmal aus, um Wiesen und Felder leicht zu benetzen. Unter dem noch dichten Blätterdach der Bäume erreichten allerdings nur wenige Tropfen wirklich den Boden.

Im Verlauf der ersten Septemberwoche schlich sich der Sommer wieder zurück. Bis Mittwoch stieg das Thermometer über 28° Celsius. Es folgten wieder zwei etwas kühlere Tage mit ein paar Spritzer Regen bevor sich die Sommerwitterung bis Dienstag (11.) erneut mächtig aufbäumte und Temperaturwerte um 30° Celsius brachte. Nachts war es dafür seit langer Zeit mit einstelligen Temperaturen recht kühl. Mittwoch und Donnerstag (13.) brachten erneut ein paar Tropfen Niederschlag bevor der Sommer zum Grande Finale blies. Bei einem meist blank gefegten Himmel durfte das Thermometer noch einmal Werte um 30° Celsius anzeigen, die Abende blieben bis tief in die Dunkelheit mild. Ein perfektes Wetter, um sich draußen aufzuhalten. Am Dienstagabend (18.) zogen südlich von Murrhardt zwei kleinere Gewitter von Westen nach Osten durch. Ein Anzeichen dafür, dass sich in der Wetterküche etwas tat.

Ab der dritten Dekade baute sich schließlich mit Elena das erste Tiefdruckgebiet des Septembers auf dem Atlantik auf, das eventuell die Macht hat, das in den vergangenen zehn Tagen über Europa wetterbestimmende Hoch Rodegang nach Osten zu vertreiben. Pünktlich zum kalendarischen Herbstanfang am Sonntag (23.) zog aus Elenas Gefolgschaft ein Ministurmtief namens Fabienne über Europa hinweg. Obwohl nur klein und schnell hatte Fabienne doch erhebliche Auswirkungen. Nachdem der Sonntag zunächst kühl und leicht regnerisch gestartet war frischte im Lauf des Tages ein warmer Wind aus südwestlichen Richtungen mehr und mehr auf. Sobald sich die grauen Wolken aufgelöst hatten war es recht sonnig, das Thermometer stieg noch einmal auf 23° Celsius an. Am frühen Abend erreichte uns dann die Kaltfront von Fabienne mit sehr ruppigen Windböen und Starkregen. Als die Kaltfront durch war, waren rund zwanzig Liter Regen pro Quadratmeter gefallen, einige von der Trockenheit des Sommers geschwächte Bäume hatten die Windböen nicht überlebt.

Bis zum Montagmorgen hatte sich Fabienne ins Baltikum verzogen, Hoch Schorse stand mit einem Kerndruck von hohen 1040 Hektopascal schon über Irland bereit, um uns wieder ruhigeres und sonnigeres Wetter zu bescheren. Dieses Hochdruckgebiet verlagerte sich im Lauf der Woche nur langsam nach Osten und brachte uns dadurch ein typisches Altweibersommerwetter. Morgens fiel das Thermometer bis nahe an den Gefrierpunkt, tagsüber stieg es bei blank gefegtem Himmel in zweistellige Bereiche, am Donnerstag (27.) konnten wir mit einem Höchstwert der Temperatur von 25,3° Celsius noch einmal einen Sommertag verzeichnen.

Der letzte Freitag im September versuchte eine kleine Wetterwende zu markieren. Der Tag startete klar und wolkenlos. Der Wetterumsturzversuch kam aus Norden, wo es kühler und feucht war. Die Attacke verhungerte allerdings an der Mainlinie. Bei uns blieb es sowohl am Freitag als auch über das Wochenende hinweg bei typischem Altweibersommer, morgens frisch, ab und zu mit Reif auf Dächern und Wiesen, tagsüber sonnig und über 20° Celsius warm. Ein optimales Wetter für ausgedehnte Spaziergänge und Radtouren oder letzte Ausfahrten mit dem Motorrad. Der Oktober steht vor der Tür.

Im dritten Quartal sahen die Murrhardter Wetterzahlen somit folgendermaßen aus: Mit einer Durchschnittstemperatur von 19,4° Celsius lag das dritte Quartal 2018 sehr deutlich um vier Grad über dem Mittelwert aus den Jahren 1961 bis 1990. Es fielen insgesamt nur magere 87 Millimeter Niederschlag. Damit hatten wir 31 Prozent des Schnitts zu verzeichnen. 69 trockene Tage im dritten Quartal 2018 stehen durchschnittlich 52 trockene Tage gegenüber. An einem Tag fielen mehr als 20 Millimeter Niederschlag (üblich knapp drei).


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