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Nachrichten rund ums Murrhardter Wetter


  01.11.2018 - veröffentlicht von Freddy Friedhoff    Bookmark and Share

Der Murrhardter Wetterverlauf im Oktober 2018
Wieder Sommerwetter zur Monatsmitte
Wie im vergangenen Jahr hatte der Oktober 2018 drei Witterungsphasen zu bieten. In der ersten und letzten Dekade kühleres, auch herbstliches Wetter, dazwischen Sommerwetter mit Temperaturwerten teilweise über 25° Celsius. Die Durchschnittstemperatur lag mit 11,6° Celsius drei Grad über dem vieljährigen Mittelwert von 8,6° C. Der Tageshöchstwert der Temperatur wurde zu Beginn der zweiten Dekade am 12. mit knapp 27 Grad Celsius erreicht, der Tiefstwert lag am Monatsletzten bei 0,2 Grad Lufttemperatur. Diesem einen Tag mit ganz leichtem Bodenfrost stehen 15 Tage mit mehr als 20° Celsius gegenüber, darunter sogar vier Sommertage mit mehr als 25 Grad. Den ersten Regen des Monats gab es am 24. Es kamen in Summe nur magere 28 Millimeter Niederschlag zusammen, was etwa 35 Prozent des Durchschnitts sind. Damit war der Oktober 2018 wie die Vormonate wieder viel zu trocken. Der Luftdruck bewegte sich bis zum 22. im Hochdruckbereich um dann mit Herannahen des Sturmtiefs Vaia von 1023 Hektopascal auf den Jahrestiefstwert von 980,5 Hektopascal am 29. abzustürzen.

Das Wetter zum Einstieg in den Oktober präsentierte sich so, wie man es von einem durchschnittlichen Oktober erwartet. Während der Sommer noch im September keine rechte Lust auf Abschied hatte, startete der Folgemonat mit vielen Wolken und einem kühlen Wind. Nachts sackte das Thermometer in den einstelligen Bereich, bis zum Tag der Deutschen Einheit wolle es bei vielen Wolken auch nicht mehr richtig warm werden, 16° Celsius waren das höchste der Gefühle. Dazu gesellte sich am Morgen des Feiertags auch noch ein leichter, aber kaum messbarer Nieselregen.

Am Donnerstagmorgen (4.) machte dann auch noch Nebel bei kühlen 4° Celsius das Herbstgefühl perfekt. Im Straßenbild tauchten mehr und mehr Frauen mit Mützen und Schals mit einer Länge bis hinter Oslo auf. Ab Freitag fand dieser Herbstspuk aber schon wieder ein jähes Ende. Nebel war morgens eher die Ausnahme, bei entweder klarem oder nur ganz leicht bewölktem Himmel stieg das Thermometer jeweils rasch über 20° Celsius. Der Goldene Oktober war da und sollte auch bleiben.

Das den europäischen Indian Summer prägende Hochdruckgebiet Viktor zog in den Folgetagen zwar in Richtung Osten weiter, stoppte dann aber seine Tour über dem westlichen Russland. Viktor war so groß und stark, dass selbst die Ex-Hurrikane Leslie und Michael keine Chance hatten, auf das mitteleuropäische Festland vorzudringen. Ihr Unwesen trieben diese Tiefdruckgebiete an der portugiesischen Atlantikküste sowie über dem Mittelmeer, wo es vor allem auf Mallorca teilweise sintflutartige Regenfälle mit den üblichen Folgen gab. In unserer Region war von alldem nichts zu spüren.

Nachdem sich der örtlich an manchen Tagen vorhandene Frühnebel jeweils aufgelöst hatte zeigte sich der Himmel wolkenlos. So konnte die ungehinderte Sonneneinstrahlung zusammen mit den weiterhin aus Süden einfließenden warmen Luftmassen dafür sorgen, dass wir ab dem Freitag (12.) vier Sommertage mit Spitzenwerten der Temperatur über 25° Celsius in Folge hatten. Selbst abends blieb es für das Mitte Oktober recht lang mild. So war es auch nicht verwunderlich, dass der Mittelwert der Temperatur zur Herbsthalbzeit um mehr als drei Grad über dem Durchschnitt lag. Niederschlag hatte es im Oktober bis dahin auch noch keinen gegeben.

Durch Kalenderwoche 42 hindurch blieb es bei dem sehr sonnigen Wetter, es wurde aber von Tag zu Tag etwas kühler. Lag am Montag der Spitzenwert der Temperatur noch bei sommerlichen 25° Celsius sackte dieser im Wochenverlauf auf nur noch 19° Celsius ab. Der niedrige Sonnenstand machte sich mehr und mehr bemerkbar. Auch das vorletzte Oktoberwochenende präsentierte sich noch sehr sonnig.

Am Montag (22.) schrammten wir mit +0,3° Celsius Lufttemperatur nur ganz knapp am Frost vorbei. In jener Woche wolle sich dann auch ein Wetterumschwung breit machen. Dies äußerte sich am Dienstag zunächst mit viel mehr Wolken als Sonne. Grau und nebelig begann auch der Mittwoch bevor aus den aufgezogenen Wolken zunächst zaghafter Nieselregen, am Abend auch ein paar echte Tropfen Regen fielen. Es war der erste Niederschlag im Oktober überhaupt. Der letzte Regen war am 23. September gefallen, also vor über vier Wochen.

Regnerisch blieb es über das letzte Oktoberwochenende und es wurde noch kühler. Die Kälte gipfelte am Sonntag so, dass der Niederschlag im Tagesverlauf auf den Höhen in Schnee über ging und ab circa 450 Höhenmetern also zum Beispiel in Siebenknie sogar kurzzeitig liegen blieb. Zur Erinnerung: Nur zwei Wochen zuvor konnten wir bei 26° Celsius noch in T-Shirt und Shorts auf der Terrasse sitzen. Die letzten drei Oktobertage fühlten sich dann schon wie November an. Morgens lag dickes Grau über der Landschaft, tagsüber wollte es trotz Umstellung auf Normalzeit nicht richtig hell werden.

Zum Monatsende wurde Europa schließlich noch von dem Tiefdruckgebiet Vaia ordentlich durchgerüttelt. An der Alpensüdseite war es vor allem der mehr als ergiebige Regen, der zahlreiche Murenabgänge sowie Überflutungen übelsten Ausmaßes verursachte. Ein Stockwerk höher sorgte heftiger Schneefall mit Verwehungen für Behinderungen, im Schweizer Engadin wurden gar stählerne Hochspannungsmasten vom Sturm umgerissen. Während der Osten Deutschlands am Dienstag (30.) noch auf der Vorderseite des Tiefs mit mediterraner, milder Luft geflutet und auf über 20° Celsius erwärmt wurde, lag der Südwesten auf der Rückseite und bekam ruppigen Wind mit Luftmassen aus polaren Gebieten ab. Der Ultimo zeigte sich nach Bodenfrost mit wechselnder Bewölkung recht sonnig.


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