?  
 

Nachrichten rund ums Murrhardter Wetter


  01.01.2019 - veröffentlicht von Freddy Friedhoff    Bookmark and Share

Der Murrhardter Wetterverlauf im Dezember 2018
Sehr nass und unwinterlich mild
Wer als Ausgleich für das bisher sehr trockene und äußerst warme Jahr 2018 mit einem winterlichen Abschluss im Dezember gehofft hatte, wurde enttäuscht. Zwar zählt der Monat mit 224 Litern Regen pro Quadratmeter zu den niederschlagsreichsten Dezembern der vergangenen 60 Jahre, von Schneefall war aber kaum eine Spur. An nur zehn Tagen war es komplett niederschlagsfrei. Die Schneelosigkeit spiegelt sich auch im Mittelwert der Temperatur wider. Dieser lag mit knapp 3,9° Celsius erheblich über dem sonstigen Dezemberschnitt von einem halben Grad plus und damit etwa auf Novemberniveau. Der Höchstwert der Temperatur wurde am 3. mit 11,9° Celsius gemessen, der Tiefstwert betrug, bei insgesamt 13 Frosttagen, Mitte des Monats am 15. -4,8° Celsius. Der Luftdruck bewegte sich in einem Korridor zwischen 995,7 Hektopascal (9.12.) und 1033,3 hPa (25.12.) bei einem Durchschnitt von 1017,5 hPa. Insgesamt betrachtet war der Dezember 2018 sehr niederschlagsreich und zu mild.

Schon Ende November standen die Wetterzeichen nach einer monatelangen Blockadelage auf Westdrift. Heißt: Die starken Hochdruckgebiete, die sich vom Frühling über den Sommer bis in den Herbst hinein über Europa die Klinke in die Hand gegeben hatten, schwächelten und machten den Weg frei für feuchte und im Dezember damit auch milde Luft aus Westen. Nach einem von oben noch trockenen Einstieg in den Monat setzte schon in der Nacht zum 1. Advent leichter Regen ein. Der Regen war so sacht, dass der bis in tiefe Tiefen ausgedörrte Boden die Chance hatte, das Wasser jauchzend aufzunehmen. Bis Montagmorgen waren bereits rund 40 Liter im Messbecher gelandet.

Durch die komplette erste Dezemberwoche hindurch blieb es bei einem nicht ganz regenfreien Wetter. Zwar waren die Niederschläge an den einzelnen Tagen gering, bis zum Ende der ersten Dekade waren in Summe dann aber doch schon 134 Liter Regen pro Quadratmeter gefallen. Das ist ungefähr so viel, wie in den sechs Monaten von Juni bis November zusammengekommen waren. Obwohl es in jener Woche meist grau bewölkt war, konnte sich die Sonne auch ab und zu ein wenig durchsetzen. Die Temperaturwerte bewegten sich zwischen einem und 11° Celsius.

Die zweite Adventswoche blieb zwar mit Ausnahme des Montags niederschlagsfrei, dafür kannte die Temperaturkurve nur eine Richtung - nämlich nach unten. Ab Mittwoch setzte eine Serie von Frostwechseltagen ein. Auch tagsüber blieb es bei meist starker Bewölkung bis Vollbedeckung bei Temperaturwerten von nur knapp über den Nullpunkt. Bis zum Wochenende hin machte ein böig kalter Ostwind Aufenthalte im Freien ungemütlich. Am dritten Adventssonntag besagte der Losspruch >>Die Adelheid liebt weiße Flocken, da bleibt die Erde selten trocken.<< Und so setzte pünktlich zu Tagesbeginn leichter Schneefall ein. Als dieser um die Mittagszeit herum aufhörte war die Landschaft für ein paar Stunden immerhin leicht weiß angezuckert.

Kalenderwoche 51 begann, wie schon von den vergangenen Wochen gewohnt, mit Morgenfrost und vielen grauen Wolken. Das Wetter der Woche zum vierten Advent hin entwickelte sich aber sehr schnell in Richtung Westdrift. Zu diesen Tagen bedeutet dies Weihnachtstauwetter, wobei es 2018 nicht wegzutauen gibt. Dennoch stiegen die Temperaturwerte wieder ins Zweistellige, der Frost war weit weg, dafür kam zunächst zögerlich, im Wochenverlauf aber wieder mehr und mehr Regen aus Westen daher.

In der Nacht zu Heiligabend überquerte uns dann um 3:00 Uhr von Nordwesten her kommend eine knallharte Kaltluftlinie. Ordentliche Böen schüttelten Feld und Flur durcheinander, es schüttete wie aus Kübeln. Bis zum Morgen waren für den Dezember in Summe schon über 200 Liter Regen im Messbecher gelandet. Die Murr stieg in der Nacht am Pegel Feuerwehrhaus auf 180 Zentimeter, in Oppenweiler wurde die Zweimetermarke kurzzeitig überschritten. Nur gut, dass der Regen im Lauf des 24. nachließ. So war wenigstens nach dem extrem trockenen Jahr nirgendwo in der Region mit einem Weihnachtshochwasser zu rechnen.

Die Weihnachtsfeiertage selbst blieben niederschlagsfrei, aber kalt. Am 26. schrammten wir mit einem Maximalwert der Temperatur von 0,2° Celsius knapp am ersten Eistag des Winters vorbei. Durch die erste Raunachtwoche ging es wieder mit Frostwechseltagen, Frühnebel, tagsüber sehr vielen Wolken und ab und zu ein paar Spritzer Regen, Niesel oder auch einigen kaum zählbaren Flocken Schnee am 29. Bis zum Jahresende war schließlich an Frost nicht mehr zu denken. Silvester präsentierte sich bis in die Nacht hinein neblig grau. Das Feuerwerk zum Jahreswechsel ließ den Dunst nur noch dichter werden.

Werfen wir noch einen kurzen Blick auf die Murrhardter Klimazahlen des Gesamtjahres: Mit einer Durchschnittstemperatur von 11,6° Celsius lag das Gesamtjahr 2018 deutlich um 3,4 Kelvin über dem Mittelwert aus den Jahren 1961 bis 1990 (8,2° C). Es fielen insgesamt 657 Millimeter Niederschlag. Damit hatten wir nur 57 Prozent des Schnitts oder 495 mm weniger Niederschlag als üblich zu verzeichnen (1152 mm). 253 trockene Tage im Gesamtjahr 2018 stehen durchschnittlich 182 trockene Tage gegenüber. An 7 Tagen fielen mehr als 20 mm Niederschlag (üblich etwa 11).




 www.murrhardtwetter.de  Ein Dienst (1645/32911/9873) von Freddy Friedhoff für Murrhardt und den Rest der Welt • E-Mail: wetter(at)moxl(dot)com 
[Seite zurück] [Zum Seitenanfang]