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Nachrichten rund ums Murrhardter Wetter


  01.06.2019 - veröffentlicht von Freddy Friedhoff    Bookmark and Share

Der Murrhardter Wetterverlauf im Mai 2019
Viel Regen und durchschnittlich warm
Im Gegensatz zum Mai 2018, der bekanntlich schon hochsommerliche Züge hatte, war der Mai 2019 von eher durchschnittlichem mitteleuropäischem Maiwetter geprägt. Sogar die nicht nur von Landwirten gefürchteten Eisheiligen fanden in dieser Saison, wenn auch in abgeschwächter Form, ihren Platz im Wetterverlauf. Die durchschnittliche Temperatur stellte sich obendrein knapp unter dem für einen Mai sonst üblichen Wert von 12 Grad Celsius ein. Die tiefste Temperatur lag am 7. bei -1,5° Celsius, das Maximum wurde am 31. in sonnenbegünstigter Lage mit 28,4° Celsius erreicht. Unter 9 Sommertagen mit 25° Celsius oder mehr befanden sich keine heißen Tage mit 30° Celsius oder darüber. Mit 158 Litern Regen pro Quadratmeter, verteilt auf siebzehn Tage, erreichten wir etwa über 140 Prozent des durchschnittlichen Mainiederschlags.

Der Maifeiertag 2019 war einer derjenigen, die sich für Wanderungen aller Art zugänglich zeigten. Die Flora war bereits erwacht, niemand brauchte sich im Wald vor ausschlagenden Bäumen zu fürchten. Der zum Teil sehr frisch auflebende Wind gebot allerdings einen Pulli oder eine Jacke. Der Folgetag zeigte sich zunächst noch einigermaßen mild bevor am späten Nachmittag ein paar Vorboten der Eisheiligen an die Türen des Südwestens klopften. Gegen 19:00 Uhr flutschte ein Windfeld mit frischer Kaltluft genau von Westen her über die Gemarkung. Am noch sonnigen Freitag (3.) zeigte die Temperaturkurve tendenziell bereits nach unten. Der Grund dafür war das große, sehr stabile und vor allem ortstreue Tiefdruckgebiet Werner mit Kern vor Murmansk über der Barentssee, das an seiner Westseite unentwegt eisige Polarluft nach Europa strömen ließ.

Das erste Maiwochenende startete zunächst grau bei Temperaturwerten um 6° Celsius bevor schon am Samstagvormittag leichter Regen einsetzte. Was dann in den Folgetagen als Witterung folgte hatte mit dem Frühsommer-Mai aus dem vergangenen Jahr so wenig zu tun wie Äpfel mit Birnen. Am Montag- und Dienstagmorgen herrschte leichter Frost, der Mittwoch brachte etwa 15 Liter Regen pro Quadratmeter, der Donnerstag (9.) startete zunächst noch mit nur leichter Bewölkung bevor schon am Vormittag wieder sporadisch Regen von Südwesten her aufkam.

An dieser Großwetterlage änderte sich auch über das Wochenende der Eröffnung des Murrhardter Freibades nichts. Wenn sich die Wolken einmal ein klein wenig auflösten, war es in der Sonne gleich bollewarm. Eine halbe Stunde später zog der nächste Schauer durch und es kühlte wieder entsprechend ab. Einer dieser etwas kräftigeren Schauer brachte am Samstagnachmittag (11.) auch ein paar Blitze mit ihrem zugehörigen Donner mit. In der Nacht zum zweiten Eisheiligen Pankratius fielen noch ein paar Spritzer Regen, der Muttertag war dann wechselnd bewölkt, alles in allem mit einem kühlen Wind aber recht frisch.

Zum Start in Kalenderwoche 20 waren alle Wolken von der mittlerweile großräumig aus Norden eingeflossenen trockenen Kaltluft aufgesaugt, strahlender Sonnenschein war die Folge. Die Konsequenz von trockener Kaltluft aus Norden und fehlender Bewölkung war dann schließlich Frost am Morgen. Der fiel bis einschließlich der Kalten Sophie am 15. sehr moderat aus. Bis zum Wochenende blieb es bei dieser trockenen und frischen Witterung bevor dann wieder feuchtere Luftmassen Einzug hielten. Schon am Freitagabend (17.) gab es den ersten ordentlichen Guss mit rund 14 Litern Regen auf den Quadratmeter innerst kurzer Zeit. Auch am Samstagnachmittag gab es Schauer, am Sonntag braute sich über der Region wieder etwas zusammen. In der zweiten Tageshälfte begann es dann zu rumoren. Östlich und südlich von Murrhardt waren schwarze Wolkenbänke am Himmel zu sehen. Bedingt durch eine nicht vorhandene Höhenströmung blieben diese Gewitterzellen ortstreu und regneten sich dort ab, wo sie gerade standen. So bekamen Teile der Welzheimer Gemarkung um 50 Liter Niederschlag pro Quadratmeter ab, in Murrhardt fielen gerade einmal geschätzte 42 Tropfen Regen auf den Quadratmeter, noch nicht einmal die Straße sah richtig nass aus.

Wetter bestimmend in jener Zeit war das Tiefdruckgebiet Axel, das sich munter über Polen kringelte und mangels fehlender Höhenströmung wenig Zugzwang in Richtung Osten an verspürte. Über seine Ostflanke wurden sehr große, warme und äußerst feuchte Luftmassen aus dem Mittelmeergebiet nach Norden geschaufelt. In der Folge setzte am Montag (20.) Regen ein. Als der Niederschlag in der Nacht zum Mittwoch nachließ waren 65 Liter pro Quadratmeter Regen gefallen. Das ist die Menge, die die Murr und ihre Zubringer in Murrhardt noch vertragen ohne über die Ufer zu treten, sofern der Niederschlag über mehr als 24 Stunden verteilt fällt.

Nachdem sich Axel dann doch in Richtung Osten verabschiedet hatte wurde es ab Mitte der Woche wieder sonniger und vor allem wärmer, ab Donnerstag stieg das Thermometer wieder deutlich über 20° Celsius nach oben. Auch am letzten Maiwochenende blieb es sonnig, wobei am Samstagnachmittag von Nordwesten her ein Niederschlagsgebiet mit eingebetteten kleinen Gewitterzellen über die Region zog. Jenseits der Löwensteiner Berge schüttete es teilweise wie aus Kübeln, Straßen wurde überspült; für Murrhardt blieb so nur noch wenig Regen übrig.

Die letzte Maiwoche begann sonnig bevor uns zwei Tiefdruckgebiete über Britannien und dem Mittelmeer in die Zange nehmen wollten. Es blieb auch nicht nur beim Versuch. Am Dienstag und Mittwoch kamen in Summe knappe 15 Liter Regen pro Quadratmeter zusammen. Schon ab Donnerstag ging es dann aber wieder in Richtung sommerliches Wetter, bei viel Sonnenschein stieg das Thermometer in der Spitze auf hohe 20er Werte.

Zu Beginn des meteorologischen Sommers am 1. Juni werfen wir noch einen Blick auf die Wetterzahlen des Frühlings 2019. Mit einer Durchschnittstemperatur von 10,1° Celsius lag der Murrhardter Frühling 2019 um zirka 2,4 über dem Mittelwert aus den Jahren 1961 bis 1990. Es fielen insgesamt 334 Millimeter Niederschlag. Damit hatten wir 115 Prozent des Schnitts oder 44 Millimeter mehr Niederschlag als üblich zu verzeichnen. 48 trockene Tage im Frühling 2019 stehen durchschnittlich 44 trockene Tage gegenüber. An 4 Tagen fielen mehr als 20 mm Niederschlag (üblich 2).



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