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Nachrichten rund ums Murrhardter Wetter


  01.07.2019 - veröffentlicht von Freddy Friedhoff    Bookmark and Share

Der Murrhardter Wetterverlauf im Juni 2019
Ein sehr sommerlicher Monat mit heißem Abgang
Sehr beträchtlich zu warm fiel der Juni 2019 aus, durchschnittlich (19,1° C) nämlich fast vier Grad über dem Schnitt aus den Jahren 1961 bis 1990 und damit auch weit über dem Niveau eines gewöhnlichen Julis oder Augusts. Dies lag an einem warmen Einstieg in den Monat und vor allem an einem sehr heißen Abgang. Dazwischen gab es auch eine auf neun Tage verteilte Phase mit etwas Regen, in Summe etwa 70 Liter pro Quadratmeter und damit rund 60 Prozent des sonst in einem Juni bei uns Üblichen. Die höchste Temperatur gab es am Monatsletzten mit 34,8° Celsius, die niedrigste Temperatur am 9. mit 7,1° Celsius. Ein sehr interessanter Wert ist auch die höchste durchschnittliche Tagestemperatur von 25,3° C, die am 26. gemessen wurde. An 17 Tagen überschritt die Quecksilbersäule die 25 Grad, an neun Tagen sogar die 30 Grad nach oben.

Die Hitzeblase, die sich Ende Mai über Süddeutschland gebildet hatte, hatte auch noch bis in den Juni hinein Bestand. Am Montag (3.) gab es ganz leichten Niederschlag, ansonsten blieb es bis zum Ende der ersten Junidekade bei einem Mix aus Sonne und Wolken und angenehm warmen Temperaturen tagsüber. Aber schon am Pfingstwochenende mussten wir uns mit weniger warm begnügen, denn aus dem Norden her war kühlere Polarluft eingeflossen. So schaffte es das Thermometer am Samstag und Sonntag in der Spitze selbst bei Sonnenschein nur knapp über 20° Celsius.

Ab Pfingstmontag (10.) gesellte sich zu diesen kühlen Luftmassen ab dem Nachmittag auch noch leichter Regen, der bis zum Dienstagmorgen anhielt. Auch die beiden folgenden Tage waren nicht ganz niederschlagsfrei. Mit einem Wetter, das nicht so genau wusste in welche Richtung es tendieren soll, ging es weiter. Mal ein Tag mit viel Sonnenschein, dann wieder eine halbe verregnete Nacht wie zum Beispiel am Sonntag, 16. Ab der zweiten Monatshälfte schien sich dann aber eine Richtung zu warmem wenn nicht gar heißem Wetter herauszukristallisieren. Um Fronleichnam (20.) herum war die Gewitterneigung noch groß, Murrhardt wurde des Nachts und am Nachmittag (20.) wieder nur von Ausläufern mit je einem kräftigen Regenguss gestreift.

Zu jener Zeit hatten die führenden Wettermodelle GFS und ECMWF für die Wochenfrist, also für die Zeit um den Siebenschläfertag herum, Temperaturwerte von mehr als 20° Celsius in der Luftschicht um 1500 Meter über dem Meeresspiegel vorhergesagt. Durchschnittlich zeigt das Thermometer dort um diese Jahreszeit aber Werte um 10° Celsius an. Würde es so kommen wie von diesen Modellen berechnet, würde das Thermometer bei uns am Boden weit über 30° Celsius, wenn nicht gar an 40° Celsius steigen. Bemerkenswert allerdings war, dass das Meteorologische Institut Norwegens zu diesem Zeitpunkt von einer Riesen-Hitze noch nichts wissen wollte. Warten wirs ab.

Der Freitag (21.) stand im Zeichen von Tief Klaus und gleichzeitig von Hoch Ulla. Klaus sorgte noch für ein paar Wolken währen Ulla schon wieder wärmere Luft ansaugte. Dieses Hochdruckgebiet war es dann auch, das sich durchsetzte und von Tag zu Tag mehr und mehr äußerst trockene Luft aus der Sahara über die Balearen, die iberische Halbinsel und Frankreich zu uns schleuste. Waren am Montag (24.) und Dienstag noch vereinzelt Schleierwolken am Himmel zu sehen, konnte die Sonne ab Mittwoch die Landmassen in der Südhälfte Deutschlands in voller Intensität und in maximaler Tageslänge aufheizen. Zusammen mit der oben genannten Saharaluft ergaben dies Tageshöchsttemperaturen von weit über 30° Celsius. Nachts sackte das Thermometer nur in günstigen Lagen noch unter 20° Celsius ab, mancherorts wurde noch nicht einmal mehr die 25-Gradmarke unterschritten. Wir hatten somit tropische Nächte. Dank der trockenen Luft war von Gewitterneigung keine Spur. Die gleichzeitig in die Norddeutsche Tiefebene eingesickerte kältere Luft hatte keinerlei Einfluss auf das Wetter im Süden.

Am Morgen des Siebenschläfers (27.) war der Zustrom von heißer Saharaluft besonders gut in der Schweiz zu sehen, lag doch die aktuelle Temperatur in etwa 850 Metern über dem Meeresspiegel in Lägern bzw. auf dem Uetilberg bei Zürich bei 26° Celsius. Ab dem Siebenschläfertag kam auch ein weiterer Wetterfaktor tragend ins Spiel, nämlich der Taupunkt. Normalerweise dümpelt dieser bei uns im Sommer um Werte zwischen 5 und 15 Grad. Dabei gilt: Je höher der Taupunkt, desto weniger erträglich ist das Wetter, die Hitze. Am Donnerstagabend lag er bei selten zu sehenden 20 Grad. Jammern über die Schwüle ist ab etwa 16 Grad nach oben erlaubt.

An den letzten drei Junitagen lief der Monat noch einmal zu Rekordwerten bezüglich der Temperatur auf. Zwar kühlte es des Nachts auf angenehme Werte um 13° Celsius ab, tagsüber stieg die Quecksilbersäule schnell über 30 Grad nach oben. Eine relativ geringe Luftfeuchte von etwa 40% und ein leichter Wind machten die hohen Temperaturen noch einigermaßen erträglich.

Werfen wir noch einen Blick auf die statistischen Zahlen des zweiten Quartals: Mit einer Durchschnittstemperatur von 13,9° C lag das 2. Quartal 2019 um 2,3 Grad über dem Mittelwert aus den Jahren 1961 bis 1990. Es fielen insgesamt 263 mm Niederschlag. Damit hatten wir 85 Prozent des Schnitts als üblich zu verzeichnen. 52 trockene Tage im 2. Quartal 2019 stehen durchschnittlich 44 trockene Tage gegenüber. An keinem Tag fielen mehr als 20 mm Niederschlag (üblich 2).


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