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Nachrichten rund ums Murrhardter Wetter


  01.08.2019 - veröffentlicht von Freddy Friedhoff    Bookmark and Share

Der Murrhardter Wetterverlauf im Juli 2019
Ein durchweg sommerlicher Monat mit einem heißen Buckel
Der Juli 2019 war über längere Strecken ein guter Freibadmonat. Wir hatten zwar elf Tage mit Niederschlag. Dieser fiel aber meistens aus einem Gewitter oder als kurzer heftiger Guss beziehungsweise nachts. In Summe kamen wir auf knapp 80 Liter pro Quadratmeter, gering weniger als der Durchschnitt aus den Jahren 1961 bis 1990. Der Mittelwert der Temperatur lag, begünstigt durch einige sehr heiße Tage, mit 19,2° Celsius etwa zwei Grad über dem vieljährigen Mittelwert (16,9). Das Maximum der Temperatur wurde am 25. mit 35,7° Celsius erreicht, der Tiefstwert lag am 10. bei 6,4° Celsius am frühen Morgen. Unter 18 Sommertagen waren auch fünf heiße Tage mit über 30° Celsius und darunter zwei Tage mit über 35° Celsius. Der Luftdruck lag fast den ganzen Monat über im Hochdruckbereich nur gegen Monatsende fiel er in ein Tiefloch unter 1000 Hektopascal.

Der zweite Sommermonat des Jahres 2019 entfaltete sich zunächst einmal mit einem sehr drückenden und dampfigen Tag. Zwar stieg das Thermometer nicht mehr wie Ende Juni auf weit über 30° Celsius, dafür lag der Taupunkt schon am Vormittag um 19 Grad. Ab 16 Grad nach oben darf ob großer Schwüle mit dem Jammern begonnen werden.

In der Nacht zum Dienstag floss dann unter Einfluss von Hochdruckgebiet Winnie etwas trockenere und kühlere Luft nach Deutschland. So war der zweite Tag des Monats viel angenehmer zu ertragen. Die Quecksilbersäule zeigte in der Spitze gerade mal noch 26° Celsius an, in der Nacht war die Temperatur auf 15° Celsius gefallen. Eine Wohltat nach der Serie von zum Teil tropischen Nächten. Über das erste Juliwochenende blieb es bei einem Mix aus Sonne und Wolken und sommerlichen Temperaturwerten. Am frühen Sonntagmorgen zog eine Gewitterlinie von West nach Ost über uns hinweg und brachte rund fünf Liter Regen pro Quadratmeter mit. Eine Wohltat nach 14 vollkommen niederschlagsfreien und vor allem teilweise sehr heißen Tagen.

Kalenderwoche 28 startete mit ein wenig Dunst nachdem es in der Nacht auch wieder ganz leicht geregnet hatte. Klammheimlich sickerte mehr und mehr kalte Luft aus nördlichen Breiten in Richtung Mitteleuropa. Die Nächte waren ruckzuck wieder weit vom Attribut tropisch entfernt, das Thermometer sackte bis auf sechs Grad Celsius ab. Auch tagsüber war es durch diese Woche hindurch mit um 20° Celsius nur verhalten warm. Eine Ausnahme bildete der etwas sonnigere Mittwoch mit 24° Celsius. Dafür kam am Donnerstag (11.) ein wenig Regen auf. Es war allerdings nur so wenig, dass es diesem durch das dichte Laubdach der Bäume nicht gelang, den Boden zu erreichen.

Ein ganz anderes Kaliber hatten die Niederschläge, die mit Gewittern ab Freitag über uns kamen. Am fünften Tag der Woche gab es immer wieder mal ein Donnerwetter mit kurzzeitigen Starkregen, der Samstag war ruhiger, sonniger und am Sonntag, dem französischen Nationalfeiertag, legten Blitz und Donner am Nachmittag wieder los. Immerhin sind in jenen Tagen knapp 40 Liter Regen pro Quadratmeter gefallen, eine Wohltat für die nach Wasser lechzende Flora und Fauna.

Zur Monatsmitte und damit auch zur Sommerhalbzeit lag der Sommertemperaturdurchschnitt wegen des überaus warmen Junis um knapp 2,5 Grad über dem Mittelwert aus den Jahren 1961 bis 1990. Auch hatte die heiße Jahreszeit bis dahin schon neun Tage mit einer Höchsttemperatur von 30° Celsius oder mehr gebracht. Davon lag allerdings keiner im Juli! Beim Niederschlag gab es ein Defizit gegenüber dem Vergleichszeitraum.

Die zweite Julihälfte startete ob der Feuchtigkeit der vergangenen Tage mit Dunst und Nebel, die sich aber recht flott auflösten. Bei Frühtemperaturwerten um 10° Celsius wurde es von Tag zu Tag wieder etwas wärmer. Zeigte das Thermometer am Montag (15.) für Mitte Juli in der Spitze noch recht kühle 22° Celsius an, so waren es am Mittwoch zur Eröffnung des diesjährigen Sommerpalastes bereits wieder 25 Grad. So warm und wärmer blieb es bei einem Wechsel aus Sonne und Wolken bis zum Ausklang des Spektakels am Sonntag, wobei der Mathistag (20.) mit über 30 Grad der wärmste Festtag war. In der Nacht zum Sonntag gab es zwei kurze Schauer, die den Staub von den Zirkuszelten im Stadtgarten spülten.

Für Kalenderwoche 30 hatten die Wettermodelle wieder eine Hitzewelle berechnet. Wetterbestimmend war das Hochdruckgebiet Yvonne, das mit Kern über dem Alpengebiet von den Pyrenäen bis weit nach Osteuropa hinein reichte. Mit ein paar wenigen Schleierwolken startete der Montag, aber schon am Nachmittag kratzte das Thermometer an der 30-Gradmarke. Bis zum Start der Hundstage am 23. hatte sich eine astreine Omegalage über Europa gebildet. Dies ist eine Wetterlage bei der ein stabiles, ortsfestes Hoch über dem Kontinent von zwei Höhentiefs im Westen und Osten flankiert wird und damit viel heiße Luft aus dem Süden heranschaufeln kann.

Und es wurde heiß. Sehr heiß. Am Mittwoch (24.) wurde im Nordrhein-Westfälischen Geilenkirchen mit 40,5° Celsius ein neuer Temperaturrekord in Deutschland aufgestellt. Tags darauf meldeten die DWD-Stationen Mannenweiler und Kaisersbach-Cronhütte schon morgens um 10:00 Uhr mehr als 30° Celsius. In Murrhardt war es durch die noch nachwirkende Nachtabkühlung nur geringfügig kühler. Am Donnerstag und Freitag stieg auch in Murrhardt das Thermometer über 35° Celsius nach oben.

Der Samstag (27.) stand im Zeichen eines Witterungswechsels, denn Tief Vincent vermochte in die Hochdruckblockade über dem europäischen Festland einzudringen. Nachdem die Luft schon den ganzen Tag über ziemlich gewitterträchtig war legten Blitz und Donner am Abend los. Auch der Sonntag blieb nicht niederschlagsfrei, das Thermometer vermochte auf nur noch 19° Celsius zu steigen. Bis am Montagmorgen hatte der Messbecher gut 25 Liter Regen pro Quadratmeter aufgefangen. Wieder einmal eine Wohltat für die durch Hitze und Trockenheit arg mitgenommenen Pflanzen und Wildtiere.

Die Phase der letzten drei Julitage startete zunächst mit vielen dunklen Wolken am Himmel, die sich allerdings recht flott auflösten. So konnte sich ruhiges Sommerwetter mit gemäßigten Temperaturen bis zum Monatsausklang etablieren.


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