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Nachrichten rund ums Murrhardter Wetter


  30.09.2019 - veröffentlicht von Freddy Friedhoff    Bookmark and Share

Der Murrhardter Wetterverlauf im September 2019
Ein ständiges Wechselspiel aus Herbst und Spätsommer
Im vergangenen Jahr war das Septemberwetter hochsommerlich. In diesem Jahr sah das ein wenig anders aus. Bei nur zwei Sommertagen mit Temperaturwerten über 25° Celsius lag auch das Monatsmittel der Lufttemperatur nur ein gutes Grad über dem vieljährigen Mittel aus den Jahren 1961 bis 1990. Zum Ende der zweiten Dekade gab es gar leichten Bodenfrost mit Reif auf manchen Dächern und Wiesen. Der Höchstwert der Temperatur wurde zur Monatsmitte am 15. mit 26,5° Celsius erreicht, der Tiefstwert lag am 20. bei 2,2° Celsius. Die rund 54 Liter Regen pro Quadratmeter fielen auf acht Tage verteilt, darunter drei Tage mit mehr als zehn Millimetern. Die Niederschlagsmenge entsprach damit etwas mehr als zwei Dritteln des Durchschnittswertes eines Murrhardter Septembers. Der Luftdruck hatte einen Mittelwert von 1017,7 Hektopascal und bewegte sich zwischen 1000,8 (30.) und 1031,6 (13.) Hektopascal ohne steile Flanken in ständigem Auf und Ab. Insgesamt betrachtet war der September 2019 nur moderat zu warm, spätsommerliche und herbstliche Abschnitte wechselten sich ab. Und zum Finale gab es noch ein Windereignis.

Bekanntlich ist am 1. September aus meteorologischer Sicht Herbstanfang. Dies machte sich in diesem Jahr zunächst einmal nur dadurch bemerkbar, dass die Nachttemperaturen merklich fielen und am Dienstag (3.) mit sechs Grad Celsius einen vorläufigen Tiefstwert erreichten. Tagsüber hingegen blieb es bis Mittwoch unter dem Einfluss von Hochdruckgebiet Elektra bei einem sommerlichem, absolut Freibad tauglichem Wetter mit Spitzenwerten der Temperatur bis um 25° Celsius. Dies alles änderte sich in der Nacht zum Donnerstag (5.) mit dem Hereinzug von Tief Ferdinand. Sehr dunkle Wolken hingen am Morgen über der Markung, aus denen auch ein paar wenige Spritzer Regen fielen.

>An Mariä Geburt da fliegen die Schwalben furt< heißt der Spruch zum Lostag 8. September. In diesem Jahre brauchten wir uns nicht zu wundern, wenn sie wirklich nahrungsreichere Gebiete im Süden aufsuchten, denn in den frühen Morgenstunden setzte leichter Regen ein, der in unterschiedlichen Intensitäten bis in späten Abend hinein anhielt. Temperaturwerte um 11° Celsius machten den Tag noch ungemütlicher. Am Montagmorgen zeigte ein Blick auf die Skala des Regenmessers 15 Liter pro Quadratmeter an. Wichtiger Regen für den, nach mittlerweile auch wieder zwei niederschlagsfreien Wochen, staubtrockenen Boden.

Der Start in Kalenderwoche 37 war zunächst noch von jeder Menge Wolken und Nieselregen geprägt. Die Nullgradgrenze war auf etwa 1500m gesunken, sodass in den Alpen der Niederschlag bis auf diese Höhe vorübergehend als Schnee nieder ging. Mittlerweile war der Ex-Hurricane Dorian, der vor Wochenfrist große Teile der Bahamas verwüstet hatte, als Tiefdruckgebiet vor Island angekommen. Als Gegenpol bildete sich ein kräftiges Azorenhoch, das uns schon ab Dienstag erneut spät-sommerliches Wetter bescherte. Diese Witterung war sehr robust und hatte bis über das Wochenende Bestand. Tag für Tag stieg das Thermometer wieder etwas höher und zeigte am Sonntag (15.) bei einem blank gefegten Himmel knapp 27° Celsius an.

Am Montagmorgen kündigte eine leicht aufgelockerte Bewölkung einen Wetterwechsel an, die Hochdruckgebiete wurden von Tief Ignaz abgedrängt. Der Dienstag (17.) startete vorläufig mit einem kaum messbaren Nieselregen bevor am Nachmittag doch noch die Sonne hervor kam und die Quecksilbersäule ein klein wenig anhob. Bemerkbar machte sich nämlich schon Kaltluft, die aus Norden in die Region geflossen war. So schaffte das Thermometer noch nicht einmal mehr die 20-Gradmarke zu knacken. Nach einer bis sechs Grad kalten Nacht ging es sonnig aber kühl weiter. Zum Ende des kalendarischen Sommers hin baute sich schließlich Hoch Hanneke über Zentraleuropa auf und stellte sich der kalten Nordluft entgegen. So konnte das Thermometer nach zum Teil mit Bodenfrost behafteten Nächten noch einmal über die 20-Gradmarke klettern.

Pünktlich zum diesjährigen kalendarischen Herbstanfang setzte nach zwei Wochen absoluter Trockenheit und einem sonnendurchfluteten Wochenende in der Nacht zum Montag (23.) Regen ein. Tags zuvor waren trotz des kurzen Regenlochs an Mariä Geburt noch Schwalben und Mauersegler gesichtet worden, die sich jetzt aber wahrscheinlich flugs nach Süden verziehen werden. Durch die Woche hindurch blieb es bei einer von dunklen Wolken, Sprühregen, Schauern und Regengüssen durchzogenen Witterung. Allerdings stand Süddeutschland auch bis in eine Höhe vom etwa fünf Kilometern unter dem Einfluss von südwestlicher Luftströmung, sodass auch die Nächte mit über 10° Celsius verhältnismäßig mild blieben.

Nachdem der letzte Septembersonntag (29.) mit bis zu 21° Celsius und viel Sonnenschein noch einmal recht angenehmes Wetter gebracht hatte, zog in der Nacht zum Montag mit Mortimer der erste Herbststurm über die Lande. Obwohl sich Mortimer in unserer Region, im Gegensatz zum Norden Deutschlands, eher nur als böige Brise auftrat, reichte dies aus, um den morgendlichen Bahnverkehr einmal mehr ins Verspätungs- und Zugausfallchaos zu stürzen.

Werfen wir noch einen Blick auf die Wettereckwerte des dritten Quartals 2019. Mit einer Durchschnittstemperatur von 17,3° Celsius liegt das 3. Quartal 2019 um knappe zwei Grad über dem Mittelwert aus den Jahren 1961 bis 1990 (15,4° C). Es fielen insgesamt 207 Millimeter Niederschlag. Damit hatten wir nur 75 Prozent des Schnitts oder 66 Millimeter weniger Niederschlag als üblich zu verzeichnen. 60 trockene Tage im 3. Quartal 2019 stehen durchschnittlich 52 trockene Tage gegenüber. An einem Tag fielen mehr als 20 Millimeter Niederschlag (üblich 2.83).

Der Murrhardter Huglin-Index für das Jahr 2019 kommt auf einen Wert von 1825. Dies wäre jedenfalls genug für den Anbau von Rebsorten wie zum Beispiel Riesling, Chardonnay, Sylvaner, Sauvignon blanc oder Pinot noir.


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