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Nachrichten rund ums Murrhardter Wetter


  01.12.2019 - veröffentlicht von Freddy Friedhoff    Bookmark and Share

Der Murrhardter Wetterverlauf im November 2019
Kaum Frost und noch kein Schnee
Vom 8. bis zum 22. November 2019 zeigte sich das Witterungsbild des Monats absolut durchschnittlich. Davor und danach war es für den Monat teilweise erheblich zu warm, sodass auch der Mittelwert der Lufttemperatur mit 5,8° Celsius auch um zwei Grad über dem vieljährigen Mittel aus den Jahren 1961-1990 liegt. Die Tiefsttemperatur wurde mit -2,2° Celsius zur Monatsmitte erreicht, der Höchstwert lag zu Monatsbeginn bei milden 17,8° Celsius. Vier Tage mit Frost sind für einen November relativ wenig. Die rund 60 Liter Regen pro Quadratmeter, die auf 16 Tage verteilt fielen, entsprechen etwa zwei Dritteln des gewöhnlich Üblichen. Die Luftdruckkurve startete zu Monatsanfang bei 1017,7 Hektopascal, fiel dann binnen zwei Tagen auf den Tiefstwert des Monats von 983,8 Hektopascal und schlängelte sich bei einem Mittelwert von 1003,8 Hektopascal zum Höchstwert von 2021,7 hPa am Monatsletzten.

Wie es sich gehört, machte die Witterung Ende November einen Schnitt und übergab das Zepter an eine Band von Tiefdruckgebieten, die nach und nach von Nordwesten her kommend über Europa zogen. Tief Zed baggerte zum Monatsstart an seiner Südseite noch einiges an Warmluft herbei, so dass das Thermometer am Samstag (2.) auf knapp 18° Celsius steigen konnte. Auch nachts blieb es vorerst mit Werten um 10° Celsius für Anfang November verhältnismäßig mild. Am dritten löste Arne Zed als Hauptakteur ab. Unter seiner Führung zog ein Schauer nach dem anderen über das Land.

Der Start in Kalenderwoche 45 vollzog sich nach weiteren Schauern in der Nacht weiterhin unter Einfluss einer großräumigen Südwestströmung. So sackte das Thermometer nur knapp in den einstelligen Bereich, montagmorgens schien die Sonne wässrig von einem wolkengespickten Himmel. Der einzige vollkommen niederschlagsfreie Tag war der Dienstag (5.), der regenreichste mit knapp 13 Litern pro Quadratmeter der Freitag. An allen anderen Tagen tröpfelte es mal hier mal da leicht vor sich hin. Zwischendurch ließ sich ab und an auch mal kurz die Sonne blicken, die Temperaturkurve zeigte aber nach unten. So hatten wir am Sonntagmorgen mit -1,7° Celsius den ersten Luftfrost des Herbstes zu verzeichnen. Sonntags tagsüber schien im oberen Murrtal bei einem wolkenlosen Himmel die Sonne, die Backnanger Bucht hingegen blieb von Nebel geflutet.

Ab dem Martinstag (11.) zeigte der November sein wahres Gesicht. Mit Temperaturwerten knapp über dem Nullpunkt und viel Nebel startete die Woche. Im Wochenverlauf kamen noch ein paar wenige Spritzer Regen oder Nebelnässen hinzu. Lediglich der Mittwoch und Donnerstag waren komplett niederschlagsfrei. Dafür gab es morgens mit -2,1° Celsius wieder leichten Frost. Zur Monatsmitte herrschte dann am Sonntag (17.) regelrechtes Höhlenwetter. Den ganzen Tag über war es ungemütlich nebelig grau, das Thermometer pendelte zwischen einem und fünf Grad. So gab es wenige Gründe, seine Höhle zu verlassen. In den Ostalpen, in Südtirol und Nordspanien hatten die Menschen mit anderen Problemen zu kämpfen: Für Mitte November ungewöhnlich heftig hielt Winterwetter Einzug, in manchen Gegenden betrug die Schneehöhe am Montagmorgen (18.) über 150 Zentimeter. Weiter südlich in Italien stemmte sich Venedig erfolglos gegen die hereinbrechende Flut, der Markusplatz stand unter Wasser.

In Kalenderwoche 47 machte die Witterung zunächst einen langsamen Schwenk in Richtung mehr Sonnenschein. Am Montag lagen wir noch im Einflussbereich der Tiefs Ingmar und Keke, eine gewisse Niederschlagsneigung war beim Blick an den Himmel zu erahnen. Bis zum Buß- und Bettag (20.) hatte sich in der Wetterküche schließlich eine Gemengelage aus Nebel, Hochnebel, Wolken und Sonnenschein eingestellt, die ab und zu durch ein wenig Wind neu durchgemischt wurde. Nur der Niederschlag fehlte in dem Allerlei. Morgens lagen die Temperaturwerte knapp über dem Gefrierpunkt, tagsüber vermochte das Thermometer nicht über sieben Grad Celsius nach oben zu steigen. In der zweiten Wochenhälfte wurde es tagsüber ein wenig wärmer, dafür trat morgens leichter Frost auf.

Diese niederschlagsfreie, in sich unbeständige Großwetterlage hatte auch über das Wochenende hinaus Bestand. An manchen Tagen war es zwischen zähem Nebel und Sonneschein nur eine Sache von wenigen Kilometern Entfernung oder zweihundert Höhenmetern. Ein Blick über den Alpenkamm in Richtung Süden offenbarte die Kehrseite dieser Wetterlage. An der Riviera und der Ligurischen Küste schüttete es wie aus Fässern, Überflutungen waren an der Tagesordnung und bei Savona riss eine Schlammlawine ein großes Stück einer Autobahnbrücke ins Tal.

Durch die letzte Novemberwoche hindurch zog manch ultraschmales Regenbändchen über uns hinweg. Der Niederschlag war jeweils so gering, dass der Niederschlagsmesser noch nichts messen wollte. Zur Wochenmitte frischte der Wind ein wenig auf, es blieb aber noch bei recht milden Tageshöchstwerten der Temperatur um 10° Celsius. Ab Mittwochabend wurde die Niederschlagsmenge schließlich messbar, regnerisches Wetter hielt bis Freitagabend an. Dabei sickerte mehr und mehr kalte Luft aus Norden ein, das Wolkenbild über Deutschland nahm von Norden nach Süden einmal mehr das Bild einer Tüpfelhyäne an. Somit war es am Ultimo zwar ein wenig kälter als an den Vortagen, dafür kam nach der Auflösung des Frühnebels die Sonne noch mal zum Vorschein.

Werfen wir noch einen Blick auf die Wetterdaten des Herbstes 2019. Mit einer Durchschnittstemperatur von 10,3 Grad Celsius lag der Murrhardter Herbst 2019 bis um 1,9 Grad über dem Mittelwert aus den Jahren 1961 bis 1990. Es fielen insgesamt 220 Millimeter Niederschlag. Damit hatten wir 15 Prozent weniger Niederschlag als üblich zu verzeichnen. 49 trockene Tage im Herbst 2019 stehen durchschnittlich ebenfalls 49 trockene Tage gegenüber. An keinem Tag fielen mehr als 20 Millimeter Niederschlag (üblich sind etwa zwei).Mit dieser Wetternachlese wünsche ich eine friedliche Adventszeit, ruhige Weihnachtsfeiertage sowie ein genussvolles Hinübergleiten in das Jahr 2020.



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