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Nachrichten rund ums Murrhardter Wetter


  01.01.2020 - veröffentlicht von Freddy Friedhoff    Bookmark and Share

Der Murrhardter Wetterverlauf im Dezember 2019
Ein einziger Tag mit Schnee, sonst grüne Landschaften
Wäre nicht dieser eine Tag mit Schnee zur Monatsmitte gewesen, hätte man kaum glauben können, dass dieser Monat zu den Wintermonaten zählt. Die Landschaft präsentierte sich nicht nur zu Weihnachten in grün. Mit einem Mittelwert der Temperatur von +3,3° C lagen wir sehr deutlich über dem vieljährigen Mittelwert von +0,5 °C. Der Tiefstwert der Temperatur wurde am Nikolaustag mit -6,5° C gemessen, das Maximum lag am 16. bei +13,7° C. Damit hatte der Dezember nur 24 kalte Tage (Tmax kleiner als 10° C). An 15 Tagen herrschte Frost und an lediglich einem Tag wollte das Thermometer gar nicht aus dem Minusbereich hervorkommen, es war ein Eistag. An 18 Tagen des Monats blieb es von oben trocken. An den anderen Tagen kam der Niederschlag meist als Regen herunter, in Summe 81 Liter pro Quadratmeter was etwa 25 Prozent weniger als üblich sind. Der Luftdruck bewegte sich in einem Band zwischen sehr tiefen 973 und hohen 1038 Hektopascal, wobei sich einige Hochs und Tiefs die Klinke in die Hand gaben und zu schnellen Luftdruckabfällen oder -anstiegen führten.

Die erste Dezemberwoche 2019 war vor allem von frostigen Nächten geprägt, von Nacht zu Nach wurde es sogar ein wenig frischer. War der Frost Anfang der Woche mit -1° Celsius noch leicht, lag die Tiefsttemperatur am Freitag (6.) bei -6,5° Celsius. Tagsüber gab es bei Höchstwerten der Temperatur um 8° Celsius einen Mix aus Sonne und Wolken, es blieb niederschlagsfrei.

Am zweiten Adventwochenende gab es eine Umstellung der Witterung, hin zu einer astreinen Westdrift. Dies bedeutet, dass kleinere Tiefs wie auf einer Perlenschnur aneinander gereiht von West nach Ost über uns hinwegziehen und jeweils mehr oder weniger Regen und auch ruppigen Wind bringen. Von Frost ist bei so einer Wetterlage nichts zu spüren. Für eine kleine Unterbrechung dieses Wetterschemas sorgte das Zwischenhoch Tatjana, das am Dienstag (10.) tagsüber mehr Sonne als Wolken, aber auch wieder leichten Bodenfrost am Morgen brachte. Ein Blick aus dem Fenster am Freitagmorgen (13.) offenbarte, dass wir Winter haben. Bis ins Tal war alles weiß. In Murrhardt hielt sich der Schnee bei regnerischem Wetter allerdings nicht lang, bis zum Nachmittag war er wieder komplett verschwunden. Der Schnee war mit dem Tiefdruckgebiet Toni gekommen, das in der Nacht mit einem Kerndruck von nur 973 Hektopascal, dem bisher tiefsten Wert des Jahres, über uns von West nach Ost gezogen war. Auch das dritte Adventswochenende blieb von oben nicht trocken, dafür drückte wieder wärmere Luft herein. Am Sonntag (15.) stieg das Thermometer schon auf 12,6° Celsius.

Die vorletzte Woche des Jahres begann windig mit fetzig von West nach Ost durchziehenden Wolkenpaketen. Wenigstens diese Witterung hatte ein paar Tage Bestand, die Temperaturwerte schwankten morgens zwischen 3° Celsius und leichtem Frost, tagsüber stieg das Thermometer auf Werte knapp über 10° Celsius, abhängig davon wie lang die Sonne jeweils durch die Wolkenlücken scheinen konnte. Wenigstens blieb es bis zum vierten Advent von oben trocken. Die Weihnachtswoche lief mit leichtem Niederschlag in Form von Regen an. Wer Schnee haben wollte musste hoch in die Alpen hinaus. An Heiligabend machte sich mit Cedric ein Schnellläufertief auf den Weg, Europa von West nach Ost zu überrennen.

Cedric lieferte vor allem am ersten Weihnachtsfeiertag einiges an Regen. In Summe fielen an Heiligabend und am 25. rund 26 Liter Regen pro Quadratmeter. Der zweite Weihnachtsfeiertag blieb dann niederschlagsfrei, ein recht kühler Wind blieb uns aber erhalten. Das Wetter in der Zeit zwischen den Jahren war insofern freundlicher, dass es nicht regnete und die Sonne mehr und mehr zum Vorschein kam. Am letzten 2019er Wochenende war es morgens mit um -5° Celsius ziemlich frostig. In den schattigsten Lagen des Riesberghanges hielt sich dieser Frost den ganzen Tag über, die Landschaft blieb von Reif weiß gezuckert. In sonnigeren Lagen konnte man die Strahlen unseres Zentralsterns sehr gut genießen. Zum Jahresausklang begleitete uns das Hochdruckgebiet Xia mit weiterhin frostigen Nächten und sonnigen Tagen, wobei es in den Niederungen durchweg kälter als auf den Höhen war. Xia brachte am 28. Dezember einen weiteren Rekord, nämlich mit 1038,3 Hektopascal den höchsten Luftdruck des Jahres. An Silvester blieb es ebenfalls niederschlagsfrei, allerdings nahm die Nebelneigung am Abend zu.

Werfen wir noch einen Blick auf die Wetterzahlen des Gesamtjahres 2019: Gegenüber dem Vorjahr 2018, in dem nur etwas mehr als die Hälfte des bei uns durchschnittlichen Niederschlags gefallen war, hat sich die Lage in 2019 etwas entspannt. Die 1030 Liter Niederschlag pro Quadratmeter in 2019 entsprechen rund 89 Prozent des Durchschnitts aus der Periode 1961 bis 1990. Allerdings waren die Folgen der 2018er Dürrheit in den Wäldern vor allem durch abgestorbene Nadelbäume sehr deutlich sichtbar. Mit einer Durchschnittstemperatur von 10,5° Celsius liegt das Gesamtjahr um 2,4 Grad über dem Mittelwert und war damit nicht derart extrem wie 2018 (3,4 Grad).

Damit wünsche ich allen Leserinnen und Lesern meines Wetterbriefs ein stabiles Jahr 2020. Möge es Euch Zufriedenheit und Zuversicht bringen und den Neid aus der Welt vertreiben!



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