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Nachrichten rund ums Murrhardter Wetter


  01.02.2020 - veröffentlicht von Freddy Friedhoff    Bookmark and Share

Der Murrhardter Wetterverlauf im Januar 2020
Weit und breit kein Winter in Sicht
Ganz so krass wie der Januar 2018 hat der diesjährige Hartung in puncto Wärme nicht über die Stränge geschlagen. Lag der Mittelwert der Temperatur vor zwei Jahren um knapp 5,5 Grad über dem Durchschnitt, waren es heuer nur 3,5 Grad. Von Winter war weit und breit keine Spur zu sehen oder zu spüren, sieht man mal von ein wenig Schneematsch auf den Höhen gegen Monatsende ab. Beim Übergang in den Februar lag die Kältesumme, ein Maß für die Strenge des Winters, am Messpunkt Murrhardt bei fast vernachlässigbaren zehn Grad. Der Mittelwert für dieses Datum liegt bei 114 Grad. Die Grünlandtemperatursumme zeigte 50 Grad und wir hatten in diesem Jahr bereits sechs Vegetationstage, also Tage an denen die Pflanzenwelt vor allem im Frühjahr zumindest mal auf die Idee kommt, Wachstumsaktivitäten zu zeigen. Das Temperaturmaximum wurde am 16. mit 15,9° Celsius erreicht, der Tiefstwert lag am 22. bei -4,1° Celsius. An immerhin 19 Tagen hatten wir leichten Frost, ein Eistag war aber nicht dabei. Mit knapp 30 Litern Niederschlag pro Quadratmeter fiel auf neun Tage verteilt etwa 70 Prozent weniger Regen oder Schnee als durchschnittlich in einem Jänner. Die Luftdruckkurve bildete eine ausgeprägte Zickzacklinie mit 994 Hektopascal im tiefsten Zacken am 28. und 1043 Hektopascal auf dem höchsten Zacken am 20. Insgesamt betrachtet war der Monat viel zu trocken, oft neblig und zu warm.

Die ersten Tage des Jahres 2020 stellten einen regelrechten Streifzug durch die Wetterküche dar. Nebel, vor allem in den Morgenstunden, mäßiger Frost, Nieseln, Sonnenschein, böig auffrischender Wind und Regen - alles war dabei. Einzig was fehlte war Schnee. Der Wetterwechsel vollzog sich manchmal mehrfach am Tag, der Sonntag (5.) zum Beispiel war von vorne bis hinten grau in grau, der Dreikönigstag hingegen von morgens bis abends sonnendurchflutet. Sollte der Losspruch >Heilige Dreikönig sonnig und still, der Winter vor Ostern nicht weichen will< zu diesem Tag stimmen, werden wir bis zum Frühling noch viel Winter bekommen. Schaun mer mal.

Aber auch in der zweiten Januarwoche verharrte unser tägliches Wetter beim gleichen Schema. Die Sonne hatte es meist schwer, sich gegen Nebel oder Hochnebel durchzusetzen, leichten Regen gab es lediglich am Freitag (10.), die Temperaturwerte bewegten sich zwischen leichtem Frost um -3° Celsius und 12° Celsius. Von einem Wintereinbruch mit Schnee und Eis war weit und breit noch nicht einmal eine Spur zu erahnen.

In Kalenderwoche drei hatten wir es fast durchweg mit Frostwechseltagen zu tun. Morgens lag die Temperatur im Minusbereich, tagsüber kletterte sie gar in den zweistelligen Plusbereich. Rekordhalter war der Donnerstag (16.) mit 15,9° Celsius. Tags darauf kamen wir wieder ein wenig in Tiefdruckeinfluss, am Samstag tröpfelte es gar ein wenig und es floss wieder kühlere Luft aus Norden herein. Das nächste Hochdruckgebiet namens Ekart stand aber schon vor der Tür und brachte am Montag (20.) einen recht ungewöhnlich hohen Luftdruck von 1043 Hektopascal mit. Justament dieser Tag zeigte sich noch sehr sonnig, bevor schon tags darauf die bei solch fetten Hochs im Winter ungern gesehene Inversionslage zuschlug. Dabei sackt die schwere, kalte Luft in bodennahe Schichten, die wärmere steigt nach oben, dazwischen bildet sich hochnebelartige Bewölkung, die den Sonnenstrahlen keine Chance lässt, die Tallagen zu erreichen. Entsprechend kühl blieb es dadurch auch am Dienstag mit maximal einem Grad Celsius nach frostigen -4° Celsius in der Nacht.

Durch die Woche hindurch bis einschließlich Sonntag (27.) wechselten sich sonnige und neblige Tage ab. In den frühen Morgenstunden herrschte jeweils leichter Frost, wenn tagsüber die Sonne heraus kam konnte das Thermometer bis knapp unter 10° Celsius steigen, an Nebeltagen verharrte die Quecksilbersäule knapp über dem Gefrierpunkt. Vor allem am Mittwoch und Donnerstag (23.) machte auch mit Eispartikeln gespickter Wind den nicht durch Kleidung geschützten Hautpartien zu schaffen. Bis zum Wochenende des Landesnarrentreffens blieb es zumindest von oben trocken, sodass diese Veranstaltung bestens über die Bühne gehen konnte.

Zum Start in die letzte Januarwoche war das Riesenhoch Ekart abgebaut, es folgten die Tiefdruckgebiete Kim und Lolita, die am Montag (28.) mit von üblen Schauern durchsetzten starken Windböen über uns hinweg zogen und kalte Nordmeerluft mitbrachten. Hatte das Thermometer am Montagmorgen noch 7° Celsius angezeigt waren es am Abend nur noch 3 Grad, der Luftdruck war auf 994 Hektopascal gesunken. Bis zum Monatsende blieb es bei dieser böigen, nassen Witterung wobei die großräumige Luftströmung bis zum Ultimo auf Südwest gedreht hat und damit warme atlantische Luftmassen den Weg nach Mitteleuropa fanden. Am Monatsletzten lag der Tiefstwert der Temperatur bei 8 Grad, in der Spitze stieg das Thermometer über 12 Grad nach oben. Geht es im Februar nahtlos in den Frühling? Ich will nur anmerken, dass der Januar 1956 auch viel zu warm war und sich damals der Februar mit einer Abweichung von minus elf Grad zum Mittelwert saukalt präsentierte. Dass es 2020 auch so wird ist eher unwahrscheinlich, denn die Großwetterlage in der Nordhemisphäre hat momentan nicht das Potential zu einem nachhaltigen Wintereinbruch bei uns. Es bleibt in den nächsten Zeit wohl eher durchwachsen mit Temperaturwerten zwischen 0 und 10 Grad, manchmal auch leicht darunter oder darüber.



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