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Nachrichten rund ums Murrhardter Wetter


  24.02.2020 - veröffentlicht von Freddy Friedhoff    Bookmark and Share

Der Murrhardter Wetterverlauf im Februar 2020
:-)

Die warme Luft, die von Tiefdruckgebiet Lolita und ihren Nachfolgerinnen Ende Januar in unsere Region geschaufelt worden war, hatte auch Anfang Februar Bestand. Hinzu kamen Wind und Regen in unterschiedlichen Intensitäten und Mengen. Als der Niederschlag am Montagvormittag nachließ lag der Murrpegel in Oppenweiler knapp unter der Hochwassermeldemarke von zwei Metern. Am Feuerwehrhaus Murrhardt wurde der vorläufige Höchststand mit knapp über 1,50 m erreicht. In der Nacht zum Dienstag (4.) raste Tief Petra über uns hinweg und brachte gegen 3:00 Uhr eine markante Wetterlinie mit Starkregen und Sturmböen mit. Der Luftdruck erreichte seinen Tiefpunkt, auf ihrer Rückseite baute sich Hoch Frank mit kühlerer Islandluft auf. Hatte die Tageshöchsttemperatur zu Monatsbeginn noch bei knapp 15° Celsius gelegen, waren es am Mittwoch nur noch 5° Celsius.

Es folgte eine Suite von Frostwechseltagen, in der sie die Hochwassersituation vollkommen entspannen konnte. In den Frühstunden zeigte das Thermometer stets leichten Frost bis -4° Celsius, tagsüber stieg es bei einem Wechsel aus Sonnenschein und Wolken bis in zweistellige Plusbereiche. Der Sonntag (9.) stand im Zeichen des Wartens auf den ersten wirklichen Wintersturm der Saison, Orkantief Sabine. Nach einem noch wolkenlosen Start in den Tag, wurde es im Tagesverlauf bis 15 Grad warm, es zogen von Westen her vermehrt Wolken auf und der Wind wurde spürbarer. Die ganze Nacht über wehte dieser zum Teil sehr ruppig, das Barometer sackte von 1018 Hektopascal am Sonntagvormittag auf recht tiefe 992 hPa am Montagmorgen ab. Der Tiefstpunkt des Luftdrucks wurde um 6:00 Uhr erreicht, was den Durchzug der Kaltfront des Orkantiefs markierte. Die Temperatur hatte die ganze Nacht über um 14° Celsius gelegen und ging nun bei Schauerwetter rapide zurück, nordische Kaltluft floss ein. Während der Wind in der Region Murrhardt nicht so stark war, wie er hätte sein können verzeichneten Wetterstationen in der Umgegend Orkanböen mit mehr als 118 Kilometern pro Stunde (Stötten 128, Weinbiet 150, Öhringen 119). In Kaisersbach-Cronhütte lag die stärkste Böe bei 83 km/h der Feldberg brachte es auf 178 km/h.

Obwohl dieser Sturm unserer Gegend vergleichsweise gnädig gesonnen war, mussten Feuerwehren und Straßendienste zu vielen Einsätzen wegen umgestürzter Bäumen, verwehten Dixi-Kabinen, umgeblasenen Baustellenabsperrungen und niedergerissener Dach- und Gebäudeteile ausrücken. Der Bahnverkehr auf der Murrstrecke war bereits in der Nacht eingestellt worden und kam erst im Lauf des Montagnachmittags nur schleppend wieder in Gang.

Anders als bei früheren Winterstürmen ließ der Wind nach Durchgang der Kaltfront nur ein wenig nach, sodass weiterhin die Gefahr von Astbruch und sonstigen Sturmschäden bestehen blieb. Hinzu kamen teils heftige Graupelschauer. Dieser Winetrspuk hatte schließlich am Mittwoch (12.) ein Ende gefunden, es gab nur noch vereinzelt ein paar Spritzer Regen, die Witterung stabilisierte sich wieder in Richtung Vorfrühling. Winetr wollte einfach keiner mehr einkehren.

Gemäß dem Motto >Nach dem Sturm ist vor dem Sturm< warnten die Wetterdienste am Valentinstag vor Viktoria, einem neuen Orkantief, das südlich von Island im Entstehen war. Im Gegensatz zu Sabine lag Viktorias Hauptsturmgebiet weiter nördlich; vor allem auf den Britischen Inseln herrschten durch Wind und Regen chaotische Zustände. Für Süddeutschland bedeutete das Orkantief, dass viel warme Luft weit aus dem Süden angesaugt wurde, das Thermomeetr vermochte am Sonntag (16.) die 20er-Marke nach oben zu überspringen.

Die Nacht zum Montag war zunächst einmal eins, nämlich ungewöhnlich mild. Am Morgen lag die Temperatur bei 14° Celsius, sackte dann aber durch die Zufuhr frischerer Nordluft aus der Rückseite des Tiefs tagsüber langsam ab. Im Wochenverlauf wurde dann klar, dass Sabine und Viktoria den Weg für weitere kleine Tiefs freigeblasen hatte. Wie an der berühmten Perlenkette aufgereiht, zog ein Tief nach dem anderen von West nach Ost über uns hinweg. So blieb es bei einem teilweise sehr ruppigen Wind, der immer wieder Regen- aber auch Graupelschauer über das Land jagte. Die Temperaturwerte lagen der Witterung entsprechend zwischen vier und zehn Grad Celsius.

Am Donnerstag traute sich mit Günter nach 18 Tagen noch einmal ein kleines Hochdruckgebiet zu erscheinen. Es sorgte bis nach dem diesjährigen Nachtumzug der Narrenzunft Murreder Henderwäldler am Samstagabend für tagsüber sonniges und vor allem trockenes Wetter. Kaum war der Umzug vorbei nahm mit Zehra ein frisches Tief Anlauf auf Mitteleuropa. Es bescherte uns bis in den Montagvormittag hinein immer wieder Regenschauer und vor allem am Sonntag (23.) mitunter brachialen Wind. Am Rosenmontag beruhigte sich die Wetterlage wieder, am Nachmittag kam bei leichtem Sonnenschein und 10° Celsius sogar ab und zu die Sonne durch. Dies war allerdings nur die Ruhe vor dem nächsten Sturm, denn mit Annelie etablierte sich am Faschingsdienstag das nächste Tiefdruckgebiet über den Britischen Inseln. Es war Tief Nummer 27 in diesem Jahr, Hochs hatte es im gleichen Zeitraum bis dahin erst sieben gegeben.




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