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Nachrichten rund ums Murrhardter Wetter


  01.04.2020 - veröffentlicht von Freddy Friedhoff    Bookmark and Share

Der Murrhardter Wetterverlauf im März 2020
Nach einem wechselhaften Start viel Sonne und kalter Wind
Mit einem Mittelwert von knapp sieben Grad war der 2020er Murrhardter März gegenüber dem Mittelwert aus den Jahren 1961-1990 um knapp drei Grad zu warm. Bei dem Wärmeüberschuss ist sehr beachtlich ist, dass wir dennoch 16 Tage mit Frost hatten. Es fielen den Monat über auf zehn Tage verteilt 55 Liter Niederschlag pro Quadratmeter was nur etwa 60 Prozent des Schnitts sind. Amphibienwanderungen gab es vermehrt zu Beginn des Monats, da die Krötenwanderungstemperatur bei genügend Nässe immer wieder die kritischen Marken, an denen sich die Tiere auf die Wanderung zu ihren Laichplätzen begeben, stieg. Der Luftdruck bewegte sich in einer Bandbreite von 983 (2.) bis 1030 (23.) Hektopascal. Sein Mittelwert lag bei rund 1014 hPa. Zum Monatsende hatten wir bereits 39 Vegetationstage und eine Grünlandtemperatursumme von 380 Grad auf dem Konto, was auf Wiesen, an Büschen und Bäumen deutlich zu sehen war.

Ohne irgendeine Änderung an der Grundstruktur des Wetters ging es vom viel zu warmen Februar in den März. Dass uns auch der Wind erhalten bleiben sollte, spürten wir schon in der Nacht zu Montag (2.), als uns das Tiefdruckgebiet Diana mit Getöse querte und unter anderem einen Baum über die Straße nach Vorderwestermurr legte. Ein Neunzehnjähriger erkannte die Gefahr zu spät, fuhr in den Baum und beschädigte sein Fahrzeug schwer. Er selbst kam ohne Versehrungen davon.

Der Montag gestaltete sich zunächst leicht bewölkt bevor es mit mal mehr oder weniger Regen durch die Woche ging. Einzig der Mittwoch war niederschlagsfrei. Dabei hatten wir morgens fast durchgängig leichten Frost, tagsüber blieb das Thermometer ab Dienstag konstant unter der 10-Gradmarke. Der Donnerstag (5.) war der Tag, an dem in Murrhardt die Grünlandtemperatursumme (GTS) den Wert 200 überstieg; Ab diesem Wert beginnt aus statistischer Sicht die jährliche Vegetationsperiode, also das Grünlandwachstum. Am ersten Märzwochenende kam die Sonne wieder ein wenig öfter zum Vorschein, die Quecksilbersäule stieg am Sonntag kurzzeitig wieder in den zweistelligen Bereich.

Auch durch Kalenderwoche elf hindurch wollte sich keine stabile Wetterlage etablieren. In keiner Richtung. Nach ein paar Spritzern Regen am Montagmorgen (9.) versuchte sich die Sonne ab dem späten Vormittag durch die dichten grauen Wolken zu kämpfen. Und es gelang ihr auch. Aber schon am Dienstag schickte sich das Doppelkerntief Gisela an, Deutschland samt unserer Region mit viel Wind und Regen zu überziehen. Erst zum Wochenende (14.) hin kam mit Helge nach drei langen Wochen noch einmal ein Hochdruckgebiet zu uns. Helge hatte es zwar schwer, die Tiefs Hanna, Iris und Jasmin gänzlich zu vertreiben, aber es gelang ihm. So wurde Süddeutschland ab Samstag langsam aber sicher mit vorfrühlingshaftem Wetter geflutet. Traurig in jenen Zeiten war, dass sich die Welt und damit auch der Südwesten, in den Fängen der Pandemie des Coronavirus Covid-19 befand. Um die Ausbreitung der Krankheit bestmöglich einzudämmen, war die Bevölkerung aufgerufen, daheim zu bleiben. Schwer, bei solch einem Wetter.

Durch die Woche hindurch blieb es bei sehr sonnigem und teilweise über 20° Celsius warmem Vorfrühlingswetter. Man konnte der Natur zuschauen, wie sie sich vom kahlen Winterkleid hin zu zartem grün entwickelte. Nach zehn Tagen ohne nennenswerten Niederschlag zog am Samstag (21.) ein Regenband über Deutschland. Diese brachte Murrhardt etwa 11 Liter nützlichen Regen auf den Quadratmeter. Die aufbrechende Flora freute es.

Jenes Wochenende markierte auch zunächst eine Wende in der großen Wetterküche der Nordhalbkugel. Es baute sich das sehr große und starke Hochdruckgebiet Jürgen auf, dessen Ausdehnung von Frankreich bis weit nach Russland hinein reichte. Dieses Hoch lenkte erhebliche Mengen kalte Festlandsluft von Osten nach Deutschland. Somit waren die Tage ab Sonntag (22.) von einem kalten Ostwind bei Nullbewölkung geprägt. Nachts sackte das Thermometer in den Minusbereich, tagsüber blieben die Temperaturwerte im einstelligen Plusbereich. Durch den Windchilleffekt fühlte sich das ganze allerdings eher sehr frostig an. Bis einschließlich Mittwoch blieb es bei einem absolut klaren und wolkenlosen Himmel, am Donnerstag (27.) schickte uns ein Tiefdruckgebiet über Italien Schleierbewölkung herein bevor der Freitag wieder sonnendurchflutet und nach frostiger Nacht vor allem ob des nachlassenden Ostwindes wieder etwas wärmer war. Am Nachmittag und auch am Sonntag schaffte das Thermometer den Sprung über die 20-Gradmarke.

Das krasse Gegenteil war der Sonntag, denn er zeigte von Sonnenschein keine Spur und mit maximal 5° Celsius blieb es unter dunkelgrauer Bewölkung ungemütlich popokalt. Ursache für den Temperatursturz war ein Schwall kalter Nordmeerluft, der mit Vehemenz nach Mitteleuropa drückte. An den beiden letzten Märztagen war das Wetter wieder sonnenscheinreicher, dafür hatten wir es wieder mit eisigem Nordostwind zu tun, der die gefühlte Temperatur auf den Nullpunkt drückte. Mit Nachtfrösten, kühlen Tagen aber äußerst viel Sonnenschein tagsüber verabschiedete sich also der März 2020.

Zusammengefasst waren die ersten drei Monate des Jahres 2020 gegenüber den Durchschnittswerten des Vergleichszeitraums 1961 bis 1990 um knapp vier Grad erheblich zu warm. Es fielen mit etwas mehr als 200 Liter Regen pro Quadratmeter etwa 30 Prozent weniger Niederschlag als sonst üblich.




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