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Nachrichten rund ums Murrhardter Wetter


  20.01.2018 - veröffentlicht von Freddy Friedhoff    Bookmark and Share

Der Wetterverlauf im Januar 2018
:-)

Recht turbulent gestaltete sich der Jahresbeginn 2018 aus meteorologischer Sicht. Nachdem sich der Feinstaub der Silvesterböllerei verzogen hatte durchlebten wir zunächst einen ruhigen, wie vom Dezember schon gewohnt grauen Silvestertag, bei recht milden 10° Celsius. Am zweiten Januar begannen die Wetterdienste aktiv vor dem hereinziehenden Orkantief Burklind zu warnen. In der Nacht zum Mittwoch (3.) frischte der Wind bereits merklich auf. Am Mittwochmorgen gegen 8:30 Uhr überzog dann die Kaltfront des Orkantiefs auch unsere Gegend. Neben zwei umgeknickten Hochspannungsmasten bei Kupferzell wurden in der Region Dächer abgedeckt, Bauzäune und Gerüste umgerissen, Dixi-Klos umhergewirbelt und natürlich viele Bäume umgerissen. Während auch deutschlandweit erhebliche Sturmschäden zu verzeichnen waren kam die Gemarkung Murrhardt vergleichsweise glimpflich davon. Grund dafür waren einmal mehr die Löwensteiner Berge, die das Hauptwindfeld aufteilten und nördlich beziehungsweise südlich an uns vorbei leiteten.

Kaum war der Orkan abgezogen stand anderes Ungemach ins Haus. Burklind war ein recht trockenes Orkantief, das Murrhardt verhältnismäßig magere elf Millimeter Regen gebracht hatte. Tags darauf kam dann allerdings ein riesiges Wolkenfeld aus Westen nach. Bis zum Freitag fielen in Murrhardt in Summe weitere rund 40 Millimeter Regen auf den ohnehin schon gesättigten Boden, was am Donnerstagabend den Murrhardter Hochwasserkrisenstab auf den Plan rief. Alle für den Fall der Fälle notwendigen Vorbereitungen wurden routiniert getroffen. In der Nacht konnte bei einem Pegelstand von knapp über zwei Metern dann wieder Entwarnung gegeben werden. Die Regenintensität hatte nachgelassen, der Murrpegel sank wieder. Vor allem im Schwarzwald sah die Lage dramatischer aus, da dort viel mehr Regen gefallen war. An der Messstation Krunkelbachhütte waren zum Beispiel von Dienstag bis Freitag sagenhafte 226 Liter Regen pro Quadratmeter gefallen. Hinzu kam bei milden Temperaturwerten noch die Schneeschmelze.

Nachdem der große Regen durch war beruhigte sich die Wetterlage wenigstens dahingehend, dass es für ein paar Tage von oben trocken blieb. Bei einem meist einheitsgrau bewölkten Himmel und Temperaturwerten um 7° Celsius kam allerdings ein phasenweise beißend kalter Ostwind auf, den den Wohlfühlfaktor im Freien noch einmal zwei Stufen nach unten drückte.

Mitte der zweiten Kalenderwoche wurde es wieder mit Höchsttemperaturen im zweistelligen Bereich wieder etwas wärmer. Zudem konnte sich phasenweise auch die Sonne gegen die hochnebelartige Bewölkung durchsetzen. Diese Witterung war allerdings nicht von Bestand, bereits ab Freitag (12.) war es wieder grau in grau bewölkt und ziemlich kühl. Als das Thermometer in der Nacht zum 15. erstmalig für den Monat einen Wert unter null Grad anzeigte lag der bisherige Mittelwert der Temperatur um weit mehr als fünf Grad über dem vieljährigen Mittelwert.

Schon in der Nacht zum Dienstag (16.) wurde das Wetter wieder etwas ruppiger. Rollläden klapperten, einzelne Regenschauer prasselten nieder. Die Wettererscheinungen gehörten zu Sturmtief Evi, das mit einem Kerndruck von 960 Hektopascal über die Nordmeere zog und uns tagsüber böigen Wind und starke Regenschauer brachte. Evi bildete aber erst die Vorhut für Friederike, ein ausgewachsenes Orkantief, dessen Kern am Donnerstag (18.) von Großbritannien her kommend über die Benelux-Staaten und Norddeutschland in Richtung Polen zog. Bilanz des Orkans: Acht Tote in Deutschland, vor allem in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und in den östlichen Bundesländern schwerste Schäden. In unserer Region beschränkten sich die Auswirkungen auf ein paar abgeknickte Äste.

Ohne Unterlass spielte in jener Zeit das Thermometer Jojo. Im Vorfeld der Stürme war es jeweils vergleichsweise warm, auf ihrer Rückseite floss kalte Luft herbei. Kaltluft sorgte dann am Wochenende dafür, dass die von Westen hereinziehenden Niederschläge bis ins Tal in Schnee übergingen.



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