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Nachrichten rund ums Murrhardter Wetter


  01.04.2019 - veröffentlicht von Freddy Friedhoff    Bookmark and Share

Der Murrhardter Wetterverlauf im März 2019
Eine nasse Hälfte, danach warmes Frühlingswetter
Wäre da nicht ein kleiner Kaltluftschub zum Ende der zweiten Dekade gewesen, würde der März 2019 vom Start bis zum Finale als durchgehend sehr warmer Frühlingsmonat in Erinnerung bleiben. Auch wenn es morgens teils frostig war. Mit einem Mittelwert von gut sieben Grad war der 2019er Murrhardter März gegenüber dem Mittelwert aus den Jahren 1961-1990 um etwa vier Grad zu warm. Bei dem Wärmeüberschuss ist sehr beachtlich ist, dass wir doch 9 Tage mit Frost hatten. Es fielen bis Ende der zweiten Dekade auf 14 Tage verteilt 140 Liter Niederschlag pro Quadratmeter. Gut für die Natur nach dem doch recht niederschlagsarmen Februar. Amphibienwanderungen setzten recht früh im Monat ein, als die Krötenwanderungstemperatur bei genügend Nässe an die kritischen Marken, an denen sich die Tiere auf die Wanderung zu ihren Laichplätzen begeben, stieg. Der Luftdruck bewegte sich in einer Bandbreite von 992 (7.) bis 1032 (21.) Hektopascal. Sein Mittelwert lag bei rund 1015 hPa. Zum Monatsende hatten wir bereits 42 Vegetationstage und eine Grünlandtemperatursumme von 350 Grad auf dem Konto, was auf Wiesen, an Büschen und Bäumen deutlich zu sehen war.

Der ausklingende Februar hatte nach einem noch sehr sonnigen Schmotzigen Donnerstag mit ruppigen Windböen einen Wetterwechsel angekündigt. Dieser kam dann auch in der Nacht zum 1. März über uns her. Bis sich der Tag seinem Ende zuneigte waren zwanzig Millimeter Regen im Messbecher gelandet. Das war gut für die vor dem Ausbruch stehende Natur mit ihrer Amphibienwanderung. Vom Samstag (2.) bis zum Faschingssonntag gaben viele graue Wolken den sonnigen Abschnitten die Klinke in die Hand. Das Thermometer bewegte sich bei Werten zwischen fünf und zwölf Grad Celsius, damit also im noch angenehmen Bereich für den Murrhardter Nachtumzug am Samstagabend.

Der Rosenmontag begann zunächst einmal mit einem wässrigen Sonnenschein. Zu diesem Zeitpunkt lag das Tiefdruckgebiet Bennet, von den Britischen Inseln her kommend, mit einem Kerndruck von gar nicht so niedrigen 970 Hektopascal bereits mitten über der Nordsee. Dennoch hatten die Wetterdienste für den Nachmittag vor schweren Sturmböen gewarnt. Die Folge: Wie schon in den vergangenen Jahren mussten sich die Veranstalter der Rosenmontagsumzüge auf die Wettersituation einstellen.

Nachdem es in Murrhardt auch schon am Vormittag vereinzelt etwas stärkere Böen gegeben hatte frischte der Wind ab 15:00 Uhr ordentlich auf. Ab 17:00 Uhr ging die Kaltfront des Tiefs Bennet in Murrhardt mit vereinzelten Schauern durch. Die Schauer hielten bis um Mitternacht an, dann beruhigte sich die Lage langsam wieder. Am meist stark bewölkten, aber von einzelnen sonnigen Abschnitten durchzogenen Faschingsdienstag blieb uns kalter Nordwestwind erhalten. In der Gegend waren seit Montagmorgen einige kleinere Schäden durch umgestürzte Bäume und umher fliegende Gegenstände verzeichnet worden. Menschen kamen dabei nicht zu Schaden.

Nach Fasching stellte sich ein Berg- und Talbahn-Wetter ein. Nach einem recht sonnigen und milden Aschermittwoch ging es schon wieder ins kühlere Tal mit einigen Spritzern Regen. Am Wochenende durchschritten wir die erste Talsohle in Begleitung von Sturmtief Eberhard. Dabei war Eberhard ein ganz besonderer Geselle. Während so ein Tief bei uns normalerweise recht schnell durchzieht, beschäftigten uns die Winde dieses Tiefdruckgebietes von Samstag bis Montagmorgen, wobei der Höhepunkt nach einem verregneten Morgen am Sonntagnachmittag erreicht wurde. Dabei wurden in den Weinbergen des Bottwartals Böen von über 120 Stundenkilometern gemessen, also Orkanstärke.

In Kalenderwoche 11 zogen mit Franz, Gebhard, Heinz und Igor viele weitere Tiefdruckgebiete vom Atlantik her kommend in Richtung Osten durch. Diese brachten immer wieder Schauer mit ruppigen Windböen, mitunter aber auch total verregnete Tage, wie zum Beispiel den Donnerstag (14.). Sonnenschein war eher eine Besonderheit, wobei der nur leicht bewölkte Sonntag (17.) mit viel Sonnenlicht, bis zur Ankunft eines neuen Regenbandes am Nachmittag, eine echte Ausnahme bildete. An den regnerischen Tagen lag die Tageshöchsttemperatur nach fast frostigen Nächten um 10° Celsius.

Nachdem zu Beginn der Folgewoche am Montag noch ein paar wenige Tropfen Regen gefallen waren wurde es von Tag zu Tag sonniger und damit auch wärmer. Zwar blieb uns leichter Frost am frühen Morgen erhalten, tagsüber stieg das Thermometer wie es sich für den kalendarischen Frühlingsanfang gehört aber in zweistellige Bereiche, zum Wochenende hin kletterte die Quecksilbersäule in sonnenverwöhnter Lage gar über 20° Celsius. Optimales Wetter für Aktivitäten aller Art im Freien.

Die letzte Märzwoche startete zunächst einmal sehr sonnig und nicht mehr ganz so kalt wie die Woche zuvor. Es dauerte am Montag (25.) allerdings nicht lang, bis eine frische kleine Kaltfront von Nordwesten her über das Land zog. So verharrte die Quecksilbersäule bis Mitte der Woche noch im sehr niedrigen zweistelligen Plusbereich. Morgens war jeweils leichter Frost angesagt. Bis zum Sonntag und damit zum Monatsletzten hin wurde es von Tag zu Tag sonniger und wieder frühlingshaft warm. Die Natur stand in den Startlöchern, die frühen Weißblüher sowie Forsytien, Blaustern, Zierkirschen, Osterglocken und Co. öffneten ihre Blüten.

Zusammengefasst waren die ersten drei Monate des Jahres 2019 gegenüber den Durchschnittswerten des Vergleichszeitraums 1961 bis 1990 zu warm. Es fielen etwa zehn Prozent mehr Niederschlag als sonst üblich.




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