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Nachrichten rund ums Murrhardter Wetter


  30.04.2020 - veröffentlicht von Freddy Friedhoff    Bookmark and Share

Der Murrhardter Wetterverlauf im April 2020
Sommerlich und viel zu trocken
Der April, der macht, was er will. Hieß es früher einmal. Dies bedeutete, dass das Aprilwetter gewöhnlich äußerst wechselhaft war, dass von Frost über Schnee- und Graupelschauer bis zu warmen, sommerlichen Tagen alles dabei war. Ohne wetterfeste Kleidung brauchte man selten vor die Tür zu gehen. In diesem Jahr herrschte abgesehen vom Monatsausklang fast durchgängig Vorsommerwetter. Der April war aber vor allem eins: Viel zu trocken. Nur gegen Monatsende fielen ein paar wenige Tropfen Regen. Das war allerdings so wenig, dass noch nicht einmal die Wurzeln von Gräsern erreicht wurden. Das Monatsmittel der Temperatur lag etwas über 12° Celsius, was fast fünf Grad mehr als das sonst Übliche sind. Über den Monat verteilt hatten wir bereits zehn Sommertage mit Temperaturwerten über 25° Celsius, aber auch noch sieben Tage mit Frost. Der Wind wehte streckenweise doch recht ruppig aus Osten. Der Luftdruck lag zwischen 1002 und 1027 Hektopascal bei einem Mittelwert von 1013 hPa durchgängig im Hochdruckbereich. Am Monatsende standen 67 Vegetationstage und eine Grünlandtemperatursumme von bereits 744 Grad in den Büchern. Damit ist es nicht verwunderlich, dass die Wälder schon fast durchgängig im Vollgrün waren.

Am 24. März wurde das Hochdruckgebiet Keywan, damals noch bei Neufundland liegend, getauft. Keywan wanderte in der letzten Märzwoche über den Nordatlantik und wurde ab Anfang April über Europa recht ortstreu unser Wetter prägend. Dies bedeutete für uns konkret in den ersten Apriltagen leicht frostige Nächte bis -5° Celsius und einen Tag wie Nacht fast durchgängig blank gefegten Himmel. Untertags kletterte die Quecksilbersäule von anfänglich 16° Celsius binnen einiger Tage über die 20-Gradmarke nach oben. Der Wind säuselte dazu mal etwas stärker aus unterschiedlichen Richtungen.

In der Karwoche blieb uns die äußerst sonnige Witterung weiterhin erhalten, nur ab und zu zogen einzelne kleine Wolken durch. Kehrseite der Medaille war die mit einer solchen Wetterlage einhergehende Trockenheit. Der letzte nennenswerte Niederschlag war am 21. März gefallen und so stieg die Waldbrandgefahr von Tag zu Tag. Bis zum Ostermontag änderte sich an der Großwetterlage überhaupt nichts. Tag für Tag war ein Sommertag, der Mittelwert der Temperatur lag über 10° Celsius und damit fast auf Mai-Niveau. Am Ostermontag zog schließlich eine Kaltfront von Nordwesten über Deutschland hinweg. Solche Fronten bringen in der Regel Regen mit. In diesem Fall kam nur kalte Luft bei uns an. Die paar Tropfen Regen, die am Ostermontag fielen, reichten noch nicht einmal, um den Staub aus der Landschaft zu wischen.

Die eingeflossene isländische Kaltluft sorgte in der Nacht zum Dienstag (14.) für leichten Frost. Auch tagsüber dauerte es lang, bis die Quecksilbersäule in den zweistelligen Plusbereich gestiegen war, um dann maximal 14,8° Celsius zu erreichen. Der Dienstag war dann auch schon der kälteste Tag der Woche, denn von Tag zu Tag stieg das Thermometer tagsüber bei einem meist wieder wolkenlosen Himmel gut über die 20er Marke nach oben. Am vorletzten Aprilwochenende zogen ein paar mehr Wolken auf, die Nächte waren frostfrei, tagsüber wurde es nicht mehr ganz so warm. Am Montag (20.) kam dazu noch ein ziemlich böiger, kühler Wind aus östlichen Richtungen. Die wenigen Schleierwolken am Himmel konnten den Gesamteindruck von sonnigem Wetter nicht trüben. Sonne und der trockene Ostwind führten vor allem dazu, dass der Boden mehr und mehr austrocknete. Seit über 30 Tagen war kein nennenswerter Regen mehr gefallen.

Bedingt durch das sehr stabile Hoch Odilio über Europa änderte sich auch bis zum letzten Aprilwochenende nicht viel an der Großwetterlage. Der Wind ließ im Lauf der Woche etwas nach, die Frühtemperaturen lagen knapp unter 10° Celsius und tagsüber vermochte die Quecksilbersäule bei einem meist wolkenlosen Himmel die 20er-Marke nach oben zu überschreiten. Ab dem 26. April (Sonntag) verabschiedete sich Odilio dann in Richtung Schwarzes Meer und machte somit den Weg für die Tiefdruckgebiete Xenia und Yve frei. In der Nacht zum Montag gab es erstmalig nach 36 Tagen ein wenig Regen. Tagsüber war der Himmel dann nicht mehr ganz wolkenfrei, der Dienstag (28.) startete mit grauer Wolkenbedeckung. Bis Ende des Monats gab es immer wieder mal leichte Schauer, das Thermometer stieg nicht mehr über 20° Celsius. Viel Regen kam allerdings in Summe nicht herunter, viel zu wenig als dass es an der Trockenheitsfront Entspannung gegeben hätte.




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