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Nachrichten rund ums Murrhardter Wetter


  30.09.2020 - veröffentlicht von Freddy Friedhoff    Bookmark and Share

Der Murrhardter Wetterverlauf im September 2020
Zwei Dekaden lang Spätsommer, dann herbstlicheres Wetter
Nach einem von Schauern durchzogenen Start in den September war der Monat bis auf seine letzten Tage ein sehr sonniger Spätsommermonat. Vielerorts, so auch in Murrhardt, konnte die Freibadsaison gegenüber dem geplanten Finale um einige Tage verlängert werden. Bei noch neun Sommertagen mit einer Spitzentemperatur von über 25° Celsius lag der Mittelwert der Temperatur mit rund 15,4° Celsius gut zwei Grad über dem sonst üblichen. Insgesamt pendelte die Temperatur in einer Spanne zwischen 29° C am 14. und 3,2° C 28. Der Luftdruck bewegte sich bei einem Mittelwert von 1017 Hektopascal zwischen 1028 hPa und 997 hPa, wobei in den ersten zwei Dritteln des Monats Hochdruck und erst in der letzten Dekade überwiegend tieferer Luftdruck herrschte. Auf nur fünf Tage verteilten sich 58 Liter Regen pro Quadratmeter, was etwa 75 Prozent des langjährigen Durchschnitts sind. Besondere Extremwetterereignisse waren in unserem Landstrich nicht zu verzeichnen.

Der Start in den Herbst 2020 war von einigen Schauern und einer Tageshöchsttemperatur von 16° Celsius geprägt. Zwar wurde es dann von Tag zu Tag wieder ein wenig wärmer, der lange Arm von Tief Ottilie, das mit seinem 983 hPa-Kern am südlichen Zipfel des Europäischen Nordmeers lag, brachte aber nach wie vor viele Wolken nach Deutschland und in die Region. Zum ersten Septemberwochenende hin war Ottilie dann so freundlich und verabschiedete sich in Richtung Osten. Ihr folgte das Hoch Jurij, das eine riesige und starke Hochdruckbrücke vom Atlantik längs über Europa bis zum Schwarzmeer ausbildete. Die Folge war, dass wieder vermehrt trocken-warme Luft aus Süden herantransportiert werden konnte. So waren die Nächte meist klar und damit auch in den einstelligen Bereich hinein kühl, tagsüber sorgte die ungehinderte Sonneneinstrahlung für rasch ansteigende Temperaturwerte gut über 20° Celsius.

Zum Ende der ersten Dekade sorgte am Donnerstag (10.) die Wolkenschleppe des kleinen Zwischentiefs Quinta für bedeckten Himmel und auch für einen Maximalwert der Temperatur, der deutlich unter demjenigen des Vortags lag. Aber schon am zweiten Septemberwochenende holte der Sommer noch einmal Anlauf, um Süddeutschland zu überrennen. Unter Einfluss des Hochs Leiki wurde bei einem meist nur leicht verschleierten Himmel mehr und mehr heiße Luft aus Süden herantransportiert. Diese führte am Montag (14.) zu einer Höchsttemperatur von knapp unter 30° Celsius.

Im Wochenverlauf war es dann in der Spitze mit maximal um 25° Celsius nicht mehr ganz so warm, die sonnige Wetterlage blieb uns aber durchweg erhalten. Zum Start in die dritte Dekade und damit zum kalendarischen Herbstanfang stand ein Witterungswechsel ins Haus. Die mächtige Hochdruckbrücke von den Azoren quer über Europa bis nach Russland hinein hatte zwar weiterhin Bestand, sie wurde allerdings von zwei Reihen kleinerer Tiefs, ein Zug über Skandinavien sowie ein Streif über dem Mittelmeer, in die Zange genommen und bearbeitet. Zum Start in Kalenderwoche 39 blieb es zunächst noch sonnendurchflutet, es wurde mit etwa 25° Celsius auch noch einmal angenehm warm. Ab Wochenmitte zeigte sich dann aber der bevorstehende Witterungswechsel in Richtung herbstlich an. Es zogen mehr und mehr Wolken auf, es wurde kühler und begann am Donnerstagabend (24.) mit einem Guss auch zu regnen. Ein zweiter starker Schauer folgte in der Nacht. Nach einem noch recht freundlichen Freitag setzte am Samstagmorgen (26.) ein 24-stündiger Dauerregen ein. Bis Sonntag waren an jenen vier Tagen dann zwar rund 50 Liter Niederschlag auf den Quadratmeter gefallen, die Murr stieg aber nur ganz leicht an. Ein gutes Zeichen dafür, dass der Regen bestens vom Boden aufgenommen werden konnte. Am Sonntag hieß es durchatmen, die Luft war kühl, klar und rein.

Die letzte Septemberwoche startete mit dem Tiefstwert des Monats von 3,9° Celsius recht frisch, tagsüber gab es noch einmal viel Sonnenschein bevor sich ab Dienstag eher typisches Herbstwetter mit Nebelnässen, dichter Bewölkung und Temperaturwerten im niedrigen zweistelligen Bereich breit machte.

Werfen wir noch einen Blick auf die Wetterwerte des dritten Quartals 2020:
Mit einer Durchschnittstemperatur von 18° Celsius lag das dritte Quartal 2020 um 2,6 Grad über dem Mittelwert aus den Jahren 1961 bis 1990. Es fielen insgesamt 188 Millimeter Niederschlag. Damit hatten wir nur 68% des Schnitts oder 85 Millimeter weniger Niederschlag als üblich zu verzeichnen. 69 trockene Tage im 3. Quartal 2020 stehen durchschnittlich etwa 52 trockene Tage gegenüber. An zwei Tagen fielen mehr als 20 Millimeter Niederschlag, üblich sind knapp drei.
Ein bestimmter Klimawert gibt mir Anlass zum Nachdenken: Die Wärmesumme 2020 des Zeitraums 1. Mai bis 30. September lag in Murrhardt in diesem Jahr bei lediglich 530 Grad. Das Jahr 2003 brachte 1536 Grad und 2018 geht mit 1309 Grad ins Rennen. Der niedrige Wert in diesem Jahr könnte ein Anzeichen für eine kühlere Periode, einen kälteren Winter als in den vergangenen Jahren sein. Wir werden es sehen.




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